1238 wird der Ort das erste Mal erwähnt. Eine Ansammlung einzelner Siedlungen — auch der Johanniterorden mischte hier mit. Böhmen im 13. und 14. Jahrhundert: Zittau ist einer der bedeutsamen nördlichen Handelsorte im Reich von König Ottokar II. und wird von diesem aus strategischen Gründen kräftig unterstützt — mit Stadtrecht, Markt- und Münzrecht, Zollfreiheit und Gerichtsbarkeit. Die Stadt gedeiht. Fernhandel ist eines der wichtigen Säulen. Im heutigen Stadtbild sieht man das beispielsweise am Marstall, der als Salzlagerstätte errichtet wurde. Aber auch das Handwerk vor Ort trägt zum Wohlstand der Stadt bei. Eines der wichtigsten ist die Textilherstellung. Diese ist bis heute im Zittauer Stadtbild und der Region sichtbar: An Straßenbezeichnungen innerhalb der Stadt oder an Resten von Industriebauten wie der Alten Flachsspinnerei in Rosenthal. Ein paar der Textilbetriebe haben die Wende überstanden und für sich Nischen erobert zum Beispiel hochklassige Daunenkleidung und Schlafsäcke.

Innerhalb der Stadtmauer ist Zittau voll von Sehenswürdigkeiten. Die gotische Klosterkirche mit barockem Anbau am Klosterplatz oder die Fleischerbänke (ehemalige Verkaufspassagen). Dazu kommt außerhalb der Stadtmauern die Hospitalkirche St. Jakob aus dem 14. Jahrhundert mit reicher Renaissance-Ausstattung im Innenraum. Außerdem fährt von Zittau eine der letzten dampfbetriebenen Schmalspurbahnen in das Zittauer Gebirge nach Oybin und Jonsdorf.

Aber nicht nur diese »offiziellen Sehenswürdigkeiten« machen die Besonderheit des Ortes aus. Hier erlebt man eine Stadt im (langsamen) Wandel von einer langen Periode im Sozialismus hin zur Marktwirtschaft. Renovierte Bürgerhäuser stehen neben (noch) verfallenden Altbauten aus vergangenen Jahrhunderten. Industriegebäude, wie die Societäts-Brauerei, rosten vor sich hin, noch scheint niemand genau zu wissen, was damit anzufangen ist. Am südlichen Stadtausgang fällt die »Schauburg« ins Auge, das alte Kino mit einer seit der Wende wechselhaften Besitzergeschichte und Zeichen neuer Konsumgewohnheiten der Menschen. Hier sind aber auch die Anfänge einzelner Initiativen zu beobachten: 2013 wurde das verfallende Gebäude der Schauburg vom Zittauer Stadtforum übernommen und soll als Genossenschaft weiter geführt werden.

Für mich ist Zittau eine im Dreiländereck versteckte kleine Perle, die einen Besuch und auf jeden Fall einen Rundgang wert ist.

Gut zu wissen

Die Schauburg liegt an der Ecke Reitbahnstraße/Reichenbergerstraße. Informationen zu historischen Sehenswürdigkeiten und Unterkünften in der Stadt gibt die offizielle Webseite: www.zittau.eu

Karte wird geladen - bitte warten...

Zittau – Eine Stadt im langsamen Wandel im Dreiländereck 50.893319, 14.809034 Reitbahnstraße, Zittau, Deutschland (Routenplaner)