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Heute haben wir uns den Punkt „D3 – Ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen“ der Gemeinwohlmatrix auf den Tisch geholt, seziert und mikroskopiert. Danach haben wir versucht, uns wieder herauszuzoomen, für den Blick auf das große Ganze.

Aus den Anleitungen des Handbuchs haben wir zunächst drei Kernpunkte extrahiert:

> Die Produktion unter die Lupe nehmen.
> Die bewusstseinschaffende Kommunikation mit unseren Kund/innen betrachten.
> Den Blick auf die Suffizienz im Sinne von „Auskommen mit dem Vorhandenen“ richten.

Was heißt „ökologische Gestaltung unserer Produkte“ konkret?

Bezogen auf die Produktion – und das ist bei uns vor allem der Druck und die Herstellung der gedruckten Reiseführer – heißt das, dass wir bei der (demnächst konkret anstehenden) Auswahl der Druckerei u. a. entscheiden nach

  1. Auswahl des Papiers für unsere Reiseführer nach gängigen Umweltstandards. D. h. wir finden heraus, auf welchem Umweltsigel auch wirklich das drauf steht, was drin ist.
  2. umweltschonenden Druckverfahren, bzw. Einsatz von umweltschonenden Arbeitsmitteln bei den Druckereien – sofern diese Informationen für uns überhaupt zugänglich und einschätzbar sind – und
  3. wir schauen uns die gedruckten Ausgaben unserer Wettbewerber an und bekommen einen Eindruck davon, was „State-of-the-Art“ der Branche in Sachen ökologische Papierverwendung ist.

Unsere digitalen Versionen der Reiseführer sind in dieser Bilanz natürlich fein raus, jedenfalls zum Teil. Unmittelbar fällt bei der Produktion nichts Stoffliches an, das die Umwelt belasten und die Welt aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Allerdings müssen unsere Leser/innen dazu Endgeräte nutzen, deren Produktion in der Regel alles andere als ökologisch gestaltet ist: Smartphones, Tablets, E-Reader, Computer, Laptops.

Durch Kommunikation sensibilisieren

Und damit ziehen wir den Bogen zum nächsten Punkt der Diskussion – die sensibilisierende Kommunikation mit unseren Kund/innen. Und da können wir bereits auf ein paar Dinge zurück greifen, z. B. unsere Blogartikel zum fairphone, ein Smartphone, das auf nachhaltige und sozial-verträglich ausgerichtete Produktion zurückgreift. Und auch unsere letzte Errungenschaft im Unternehmen: Es gibt inzwischen einen gut bestückten Markt von wieder hergestellten Laptops aus zweiter Hand – muss es immer ein neues Gerät sein? Kurz und knapp: Wir sensibilisieren unsere (zukünftigen) Kund/innen für einen bewußten Gerätekauf zur Nutzung digitaler Produkte.

Und wir nutzen einen weiteren Kanal der Kommunikation mit unseren Kund/innen. Es soll in den gedruckten Reiseführern einen Anhang mit ein paar Artikeln von Scouts geben, die sich über nachhaltiges Reisen Gedanken machen – Gedankenanstöße für unsere Leser/innen.

Neue Entdeckungen so nah

Was uns zugegebener Maßen die größten Schwierigkeiten bereitet hat, war die Diskussion rund um „Suffizienz“. Wir sind immer noch nicht ganz sicher, ob wir den Begriff richtig verstanden haben. Wenn wir es als „Auskommen mit dem Vorhandenen“ interpretieren, fällt uns dazu ein, dass wir mit unserem Ansatz lokaler Scouts naheliegende Orte entdecken, interessant machen und in den Fokus rücken. Vielleicht für die/den ein oder andere/n ein Anlass über einen Urlaub in der Nähe anstatt in weiter Ferne nachzudenken? Es muss nicht jedes Jahr über den großen Ozean gefolgen werden, auskommen mit dem, was da ist.