von Gastautor Eric Daniel Sander

Eric Daniel Sander hat fast während seiner gesamten Schulzeit in Volkenroda gelebt. Mit dem kleinen Dorf und den Klosteranlagen verbindet ihn so etwas wie Heimatgefühl:

Wenn ich heute nach Volkenroda zurück komme merke ich, was für eine Anziehungskraft dieser Ort ausübt. Als Kind ist einem das ja meist nicht so bewusst. Es ist ein Ort, an dem immer wieder Neues entsteht. Und es ist ein besonderer Ort des Glaubens mitten in Thüringen. Diese Konstellation war nicht immer einfach nach der Wende für die Leute im Dorf und die neuen Bewohner des Klosters. Es gab sehr unterschiedliche Vorstellungen von Kultur und natürlich vom religiösen Leben. Das Spannungsfeld zeigt sich auch an den Konstruktionen der Klostergebäude, die Altes und Neues verbinden und mit ihren einzelnen Elementen für die Größe des Dorfes immer auch ein klein wenig überdimensioniert wirken. Ich glaube, was die Menschen aus Ost und West letztendlich zusammengebracht hat, war das gemeinsame Arbeiten zum Beispiel in der Landwirtschaft. Heute ist das Kloster dort zu einem Ort geworden, der viele Besucher und Jugendgruppen aus ganz Deutschland anzieht.

In der Nähe des Dorfes gibt es ein paar verwunschene Teiche, die auf mich eine sehr beruhigende Wirkung haben. Sie wurden im 12. Jahrhundert von den Zisterziensermönchen für die Fischzucht angelegt. Heute sind sie verwildert, besonders zugewachsen ist der Grasteich. Das liegt vermutlich daran, dass er in einem ehemaligen Militärübungsgebiet liegt. Wir haben als Kinder immer wieder Ausflüge dorthin gemacht. Doch der Einzige, der sich getraut hat im See zu baden und bis zur Mitte zu schwimmen war der Pfarrer. Wir anderen hatten zu große Angst vor den Blutegeln.

Zum Grasteich läuft man vom Dorf startend ungefähr 30 Minuten. Der Weg führt zunächst zum ebenfalls idyllischen Kälberteich. Nimmt man den Weg, der in der Rechtskurve der Hauptstraße abzweigt, wandert man durch eine herrliche alte Streuobstwiese. Am Kälberteich geht es links vorbei und gerade aus den Hügel hinauf. Von dort hat man eine großartige Sicht über das gesamte Thüringer Becken.

Ganz oben auf dem Grashügel liegt der Grasteich. An seinem Ufer wachsen große Weidenbäume. Es ist sehr ruhig, nur der Wind rauscht und es gibt eine Vielzahl von Libellen. Immer wieder hört man es gluckern, wenn ein Frosch oder ein seltener Molch die Wasseroberfläche durchbricht. Für mich ein besonderer Ort.

Gut zu wissen

Grasteich, Kloster Volkenroda, Amtshof 3, 99998 Volkenroda, www.kloster-volkenroda.de. Der Weg zum Kälberteich ist ausgeschildert, zum Grasteich führt ein unbeschilderter Wanderweg. Anreise zum Kloster: Bahnhof Mühlhausen/Thüringen, weiter mit dem Bus (Linie 131) oder dem Ruftaxi (Tel. 0800 448800).

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Der Wind in den Weiden am Grasteich von Kloster Volkenroda 51.253535, 10.545140 Kloster Volkenroda, Amtshof 3, 99998, Körner, Deutschland (Routenplaner)