Ich kenne viele hübsche Wege durch Leipzig und Umgebung. Radelnd durchs Umland sehe ich häufiger das grüne Schild »Lutherweg«. Nun habe ich es auch mitten in der Stadt entdeckt. An der Treppe zu Auerbachs Keller in der Mädlerpassage findet man das Logo, ein kleines weißes Schild mit großem grünen »L«. Die Historie der Stätte ist weithin bekannt; nun bekommt man dort nicht nur sächsische Gerichte und Fausts Geschichte, sondern auch einen Stempel für den Pilgerpass.

Der Lutherweg in Sachsen führt zu Orten, in denen sehr bald die Reformation Fuß fasste. In Leipzig selbst dauerte es mit der Reformation ein wenig länger. Infolge des Kirchenbannes und der Reichsacht nach der Leipziger Disputation 1519 konnte Luther erst 1539 wieder nach Leipzig kommen. Mit seinen Predigten in der Thomaskirche und der Nikolaikirche wurde die Reformation im albertinischen Sachsen eingeführt. Beide Kirchen sind am Lutherweg durch das Leipziger Stadtzentrum gelegen. Auerbachs Keller liegt etwa mittig zwischen beiden. Sein Begründer, Dr. Heinrich Stromer von Auerbach, war seit der Disputation mit Martin Luther gut befreundet, beherbergte 1521 den Geächteten und rettete ihm so wohl das Leben. Darüber gibt es im »Lutherstübchen« des Restaurants interessante Details zu erfahren.

Naheliegend führt der Weg über den Martin-Luther-Ring am Neuen Rathaus entlang. An selbiger Stelle und ebenso stattlich stand früher die Pleißenburg, der Austragungsort der Leipziger Disputation. Südwestlich geht es weiter am Johannapark entlang, einem Kleinod vom Gartenbaumeister Lenné. Lohnender als der Straßenverlauf sind der Weg per Pedale oder per pedes mitten durch den Park mit Wiesen und Teichen und ein Abstecher zur neugotischen Lutherkirche, deren Bau anlässlich des 400. Geburtstages von Martin Luther begonnen wurde.

Weiter geht der Lutherweg durch den Clara-Zetkin-Park, der mit weitläufigen Wiesen, Teichen und Springbrunnen, Freilichtbühne, Musikpavillon, Pferderennbahn, Cafés und Spielplätzen zu einer oder auch mehreren Pausen einlädt. Entlang Elsterflutbett und Pleiße durch den Auwald Richtung Markleeberg und Leipziger Neuseenland begegnen den Wanderern dann vorwiegend Jogger, Radler, Badefreunde und Naturparkgenießer, die jeder auf seine Weise innehalten, zur Ruhe kommen oder vielleicht auch den typisch sächsischen reformatorischen Geist pflegen.

Gut zu wissen

Auerbachs Keller, Mädler-Passage, Grimmaische Straße 2-4, 04109 Leipzig, www.auerbachs-keller-leipzig.de. Anreise: Haltestelle Markt, S-Bahn (Linien S1 – S5). Ein guter Startpunkt für den Leipziger Teil des Lutherwegs – www.lutherweg.de – ist der Hauptbahnhof.

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Der Lutherweg durch Leipzig – bekannte Orte im Licht der Reformation 51.338976, 12.376266 Grimmaische Straße 2-4, 04109, Leipzig, Deutschland (Routenplaner)