von Gastautorin Mirjam Blumenschein

Mirjam Blumenschein hat in Halle Theologie studiert. Auch heute spaziert sie noch gerne zu Fuß durch die Innenstadt von Halle:

Nach einem leckeren vegetarischen Essen in der Ökoase gehe ich durch die Kanzleigasse auf den Domplatz. In der Mitte des Platzes befindet sich seit 2012 ein Brunnen, gestaltet von Bildhauer Horst Brühmann, der den Lebenskreislauf darstellt. In der Mitte des Brunnens steht die Statue einer Mutter mit Kind, die symbolisch den Tod besiegt, darum gruppieren sich vier Figuren, eine junge und eine alte Frau und ein junger und ein alter Mann. Die Figurengruppe verbreitet eine besinnliche Atmosphäre, Wasser als Hintergrundmusik.

Dem Brunnen schräg gegenüber sieht man ein großes altes Gebäude mit DDR-Charme. Was kaum jemand weiß: Wo heute der Fachbereich Biologie und das Institut für Zoologie der Universität sitzt, ist eine riesige Zoologische Sammlung untergebracht. Zweieinhalb Millionen Präparate werden hier ausgestellt, darunter auch bereits ausgestorbene Tierformen.

Links neben dem Gebäude liegt der Dom zu Halle. Der Bau zeichnet sich durch die Rundbogengiebel aus, die den Dom von oben betrachtet aussehen lassen wie eine Schatztruhe. Die ehemalige Klosterkirche von 1271 war von Kardinal Albrecht von Brandenburg als Zentrum einer geplanten katholischen Universität gedacht. Doch Albrecht musste Halle in Folge der Reformation verlassen. Er nahm aus der Kirche alle Kunstwerke mit, unter anderem das Altarbild von Lucas Cranach d. Älteren. Zur Domgemeinde gehört heute auch das Reformierte Convict, eines von drei halleschen Wohnheimen in kirchlicher Trägerschaft, die alle aus verschiedenen Traditionen hervorgegangen sind. Es gibt das ehemalige Sprachenkonvikt, heute Evangelisches Konvikt in den Franckeschen Stiftungen, das Schlesische Konvikt in der nördlichen Innenstadt, in dem Kirchenmusiker unterrichtet werden und das Reformierte Convict. Die Tradition, sich unter den Bewohnern der verschiedenen Häusern Streiche zu spielen, wird bis heute gepflegt. Als ehemalige Bewohnerin des Evangelischen Konviktes halte ich an dieser Stelle selbstverständlich zu meinem Studienhaus.

 

Gut zu wissen

Dom zu Halle, Domplatz 3, 06108 Halle (Saale), www.ekm-reformiert.de/domgemeinde-halle-startseite/. Öffnungszeiten: Mai bis Oktober, Di. – Sa. 11 bis 17 Uhr, November bis April, Di. – Sa. 13 bis 16 Uhr. Anreise: Haltestelle Hallmarkt, Straßenbahn (Linien 2,5,9).

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Auf dem Domplatz in Halle 51.484279, 11.965399 Dom zu Halle, Kleine Klausstraße, 06108, Halle (Saale), Deutschland (Routenplaner)