Prächtige Schlösser, alte Gemäuer, kleine und großen Kirchen, Burgruinen und ehemalige Klöster gibt es so einige im Harz – mal in neuer »alter« Pracht, mal über die Jahrhunderte charmant zerfallen. Das Kloster Drübeck aber zählt für mich zu den ganz besonders empfehlenswerten Schmuckstücken. König Otto I. erwähnt das ehemalige Damenkloster im Jahr 960 erstmalig in einer Urkunde, heute ist es eine Tagungsstätte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die Klosteranlage ist für jeden frei zugänglich und wirklich sehenswert.

Schon von Weitem künden stolz die zwei Türme der Kirche St. Vitus und führen den Besucher auf seinem Weg. Entlang einer kleinen Mauer betrittst Du das weitläufige Gelände und sogleich lädt das Gärtnerhaus mit seinem kleinen Garten zu einem gemütlichen Kaffee. Bei schönem Wetter im Freien, sonst im Inneren des Hauses. Das Gärtnerhaus und später das Brauhaus passierend, liegen rechter Hand fünf von niedrigen Mauern eingefasste Gärten. Und dann gelangst du schließlich zum Kräutergarten, links direkt hinter der Kirche. Er ist wunderschön!

Ich habe den Kräutergarten zur Mittsommerzeit entdeckt, als die Sonne am höchsten stand und die Vegetation förmlich zu explodieren schien. Vermeintlich hundert verschiedene Grüntöne zogen meine Blicke auf sich und leuchteten mit dem Gelb und Gold, Orange und Rot, Lila und Blau der kleinen Blüten um die Wette. Die Beete sind mit Buchsbaum, anderen Büschlein oder Steinen eingefasst, Kletterpflanzen ranken an Weidengeflechten Richtung Licht, Efeu und Wein erklimmen die Mauer am Rande. Kleine Schildchen nennen Namen und manchmal auch die Herkunft der Pflanzen, viele von ihnen kenne ich, viele auch nicht. Der Dill ist im Sommer mannshoch und der kräftige Duft von Minze zieht über die Beete hinweg. Kleine Insekten schwirren geschäftig über Liebstöckel, Rosmarin, Lavendel, Thymian, Salbei und und und … umher. Überall summt und brummt es. Bienen, Hummeln und so manche mir unbekannte Tierchen sind hier unterwegs. Bunte Schmetterlinge lassen sich für ein wärmendes Sonnenbad im Kraut nieder – Idylle pur, die Zeit scheint still zu stehen. Auch meine Sinne tanzen förmlich vor Freude und fast meine ich, eine Nonne aus längst vergangenen Tagen mit einem Lächeln durch die Kräuterpracht huschen zu sehen.

Gut zu wissen

Kloster Drübeck, Klostergarten 6, 38871 Drübeck, www.tagungsstaette.kloster-druebeck.de. Das Klostergelände ist weitläufig, plane viel Zeit zur Besichtigung ein. Hier steht wie an so vielen schönen Stellen im Harz ein Stempelkasten der Harzer Wandernadel. Anreise: Haltestelle Drübeck, Bus (Linie 260).

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Der Kräutergarten im Kloster Drübeck – ein fast mystischer Ort 51.856300, 10.713400 Am Klostergarten 6, 38871 Drübeck (Routenplaner)