von den JuniorScouts Christian und Conrad, 17 Jahre

Für das Entstehen der heutigen Internatsschule Pforta war die Reformation von größter Wichtigkeit, schließlich ermöglichte sie die Einrichtung einer Lehranstalt in den Klostergebäuden. Auch wir leben und lernen heute dort, wo früher Mönche arbeiteten und beteten. Aus unseren Zimmern kann man in den Kreuzgang blicken und so erleben wir diesen Ort auch aus anderer Perspektive, das Andenken des Klosters ist allgegenwärtig.

Im Jahre 1540 wurde das Kloster Sankt Marien zu Pforte aufgelöst, drei Jahre später betraten die ersten Schüler den ehemaligen Klosterkomplex. Die Säkularisation durch den evangelischen Herzog Heinrich von Sachsen zeichnete sich jedoch schon seit mehreren Jahren ab. Heinrichs Vorgänger, Georg der Bärtige, war zwar ein strenger Katholik, bemängelte jedoch auch die miserablen Zustände in den Klöstern. Insbesondere durch den Bauernkrieg waren viele Mönche entlaufen und es wurde Misswirtschaft getrieben. Deshalb begann er 1535 mit der Reorganisation und Kontrolle der Klöster.

Nach der Schulgründung 1543 durch Moritz von Sachsen, dem Neffen Heinrichs, organisierte Magister Cyriakus Lindemann, ein Vetter Luthers, den Schulbetrieb als neuer Rektor, nach einer Idee des herzoglichen Rates Georg von Carlowitz. Dieser verfolgte das Ziel, begabten Jugendlichen aus mittellosen Haushalten die Hochschulreife zu ermöglichen, was zur Gründung der drei Fürstenschulen Pforta, St. Afra in Meißen und Grimma führte.

Das humanistische Bildungskonzept entspricht auch heute, nach fast 500 Jahren, dem erklärten Ziel der Landesschule. In Naturwissenschaften, Sprachen und Musik werden begabte Schüler der Klassen 9 bis 12 gefördert und zum Abitur geführt. Die Grundidee einer umfassenden, frei zugänglichen Bildung für breite Bevölkerungsschichten, die während der Zeit der Reformation aufkam, ist immer noch integraler Bestandteil der Schulpolitik. Als Schulträger tritt hier das Land Sachsen-Anhalt auf, welches zusammen mit zahlreichen Stipendien begabten Jugendlichen die Chance gibt, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern die besonderen Bildungsangebote zu nutzen und das Internatsleben zu genießen. Auch wir profitieren von der Unterstützung des Landes und diverser Stiftungen und sind dafür dankbar, unsere Schulzeit an diesem geschichtsträchtigen Ort verbringen zu dürfen.

Gut zu wissen

Landesschule Pforta, Schulstraße 12, 06628 Naumburg (Saale), www.landesschule-pforta.de. Rundgänge auf dem ehemaligen Klostergelände sind täglich von 10 bis 18 Uhr möglich, www.stiftung-schulpforta.de. Öffnungszeiten des Besucherzentrums: Täglich 10 bis 18 Uhr. Anreise: Haltestelle Schulpforte, Bus (Linie 606).

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Pforta als Ort der Reformation 51.142384, 11.751753 Schulstraße 12, Naumburg (Saale), Deutschland (Routenplaner)