Soviel sei euch sogleich verraten, der Krieg und damit Schwertkampf und Blutvergießen bestimmten eher selten den ritterlichen Alltag. Was uns heute aber immer noch fasziniert, ist das einfache Burgleben, Wohnen, Kleidung und Essen der Ritter.

Und so sah vielleicht der Tag eines Ritters aus: Morgens erwachte er gar nicht auf einer Burg wie in Querfurt und schon gar nicht auf seiner eigenen. Ein Haus im Dorf war unter Rittern mit niedrigem Rang üblich. Oder er war Teil der Burgbesatzung, die für den Herrn die Burg bewachte und für zukünftige Kriege trainierte. Nach dem Aufwachen folgte das Anlegen der Garderobe: Die ritterliche Mode unterschied sich in den Jahrhunderten und natürlich auch in ihrem Zweck. Das Kettenhemd oder der Panzer waren für Kampf oder Turniere üblich. Im Alltag wurde oft ein knielanges bunt gemustertes Kleid getragen, das die »Schönheit« der Männerbeine betonte. Doch zu allererst legte der Ritter seine Unterhose an – die »Bruoch« aus Leinen. An ihr wurden auch die Hosenbeine – die »Beinlinge« – fest gemacht.

Nur wenige Möbel standen in den Wohnräumen, umso gefüllter war die Waffenkammer. Es war oft kalt im Gemäuer, geheizt wurde mit Holz. Kein Wunder, dienten die Burgen doch vor allem kriegerischem Zweck und waren nicht aufs Wohnen ausgelegt. Reiche Ritter hatten Teppiche an den Wänden und auf dem Boden, die schufen Behaglichkeit. Auch trieben Wanzen, Läuse und Ratten ihr Unwesen. Die Hygiene litt und mit ihr die Rittersleut. Manchmal badeten sie auch. Das Wasser dazu wurde in großen Kesseln über Feuer erhitzt. So wurde auch gekocht.

Ritter, die sich große Stücke von einem Spanferkel abschneiden, gib es wohl eher in Filmen. In Wirklichkeit aßen sie zumeist Brei aus Hirse oder Dinkel, viel Brot und wohl wenig Obst und Gemüse. Gelegentlich gab es auch Fleisch, oft verdorben und daher stark gewürzt. Wenn Süßes, eigentlich selten, als Honig-Dessert bei Rittern mit hohem Rang zu oft auf den Tisch kam, waren die Zahnschmerzen nicht weit. Die Laune ließen sie sich dennoch nicht vermiesen. Ablenkung vom Alltag – der auch Arbeit bedeutete: Die Jagd oder zu Gericht sitzen – brachten Turniere und Feste mit Tanz und Musik.

Über das wahre Leben der Ritter erfahrt ihr mehr während einer von drei Führungen für Kinder auf Burg Querfurt – »Geheimnis der Burgpergamente«, »Alchemie des Mittelalters« und »Alltag im Ritterleben«.

Gut zu wissen

Burg Querfurt, Burgring, 06268 Querfurt, www.burg-querfurt.de, Tel. +49 (0)34771 52190. Preis für Führungen: 4 € p. P., Dauer: 2,5 bis 3 Std., Mittagessen kann dazu gebucht werden. Anreise: Bahnhof Querfurt, Fußweg 20 Minuten oder per Bus: Von mehreren Städten der Region führen Omnibuslinien über Querfurt.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der FilmBurg Querfurt.

Karte wird geladen - bitte warten...

Filmburg Querfurt 51.376991, 11.593602 Burg Querfurt (Burgring), 06268 Querfurt (Routenplaner)