Das Mittelalter hat Konjunktur. Serien wie »Game of Thrones«, Filmerfolge wie »Die Päpstin« oder die Anzahl der Besucher auf Mittelaltermärkten bestätigen dies. Wir wollen ergründen, warum das so ist und wo wir »echte Spuren« dieser Epoche finden können.

Wir starten mit einer ersten Recherche zum Thema Romanik – die kunstgeschichtliche Stilrichtung, die das Mittelalter ungefähr ab dem Jahr 1000 nach Christus geprägt hat. An ihr erkennen wir einen Ort stilsicher: »Man kann sich vorstellen, wie in diesem Hof hier der Schmied im Mittelalter seinen Hammer geschwungen und der Schweinehirt dort drüben seine Herde durch den Schlamm getrieben hat. Ganz zu schweigen von den Röcke-raffenden Mägden mit Körben am Arm, die vor den Marktständen einen Schwatz hielten.«

Schnell machen wir eine erstaunliche Entdeckung: Meist korrigiert die Suchmaschine unser Stichwort Romanik in »Romantik«, vor allem dann, wenn wir auch noch das Wort Film mit dazu geben. Im modernen Netz ist die alte Zeit also schon fast zur Hälfte überwuchert von schmalzigen Liebesfilmen. Wir müssen uns beeilen und füttern den Suchschlitz mit »Epoche Romanik«. Es wird deutlich besser: Rundbögen und schlichte geometrische Formen zeichnen die Bauwerke dieser Zeit aus und massige wuchtige Mauern, die gewölbte Decken tragen. Es gibt jedoch nur noch wenige Originalschauplätze, denn nachfolgend Herrschende wollten ihre eigenen Spuren hinterlassen und wählten den Baustil »en vogue«, das waren ab dem 14. Jahrhundert die Gotik, später Renaissance oder Barock. So ist der Naumburger Dom zum Beispiel nur im unteren Teil im Stil der Romanik gehalten, das Obergeschoss bereits im Stil der Gotik. Auch die Burg Querfurt bündelt einen ganzen Strauß an Stilepochen – aus der Romanik ist jedoch noch besonders viel vorhanden: die Verteidigungsanlagen wie das Südrondell, das massige Westtor und der Burgfried »Dicker Heinrich«.

Auch aus dem realen Leben hat sich die Zeit der Romanik weitgehend verabschiedet. Kein Wunder also, dass sich auf der Burg Querfurt regelmäßig Filmteams einfinden oder die Burg tagelang von Larp-Enthusiasten belagert wird, die das mittelalterliche Leben während der Zeit der Romanik nachempfinden in Kleidern, Titeln und Schwertkämpfen. Vielleicht ist es das, was diese Zeit so spannend macht: Geheimnisvoll überwachsen und nur in kleinen Ausschnitten zu sehen, wie auf der FilmBurg Querfurt zwischen Saale und Unstrut.

Gut zu wissen

Burg Querfurt, Burgring, 06268 Querfurt, www.burg-querfurt.de, Tel. +49 (0)34771 52190. Termine für FilmBurg-Führungen auf Anfrage. Preis: 11,50 € inkl. Burg-Museum und einem Stück Kuchen und Kaffee. Die Burg ist Teil der Straße der Romanik. Anreise: Haltestelle Querfurt Hauptbahnhof, Fußweg 20 Minuten oder per Bus: von mehreren Städten der Region führen Buslinien über Querfurt.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der FilmBurg Querfurt und dem Saale-Unstrut-Tourismus e.V.

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Filmburg Querfurt 51.376991, 11.593602 Burg Querfurt (Burgring), 06268 Querfurt (Routenplaner)