Von Gastautorin Ilona Kaiser

Ilona Kaiser ist seit mehr als 20 Jahren Mitarbeiterin der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg:

Rundum Weinberge mit den für die Unstrut-Region so typischen Trockenmauern und Weinberghäuschen, die historische Altstadt von Freyburg, in der Ferne die Türme des Naumburger Doms und direkt vor Augen der imposante Backsteinbau mit dem historischen Lichthof, damals architektonische Sensation, heute Denkmal deutscher Industriegeschichte. Wer von der Terrasse der Rotkäppchen Sektkellerei aus ins Land schaut und der Phantasie ein wenig freien Lauf lässt, kann kaum anders, als sich auf eine Reise in Gedanken durch die Geschichte des Landes von Wein und Stein zu begeben.

Der Weinbau an Saale und Unstrut geht auf die Mönche des Mittelalters zurück, Freyburg entwickelte sich über die Jahrhunderte zur »Weinhauptstadt« der Region. Im Jahr 1856 beschlossen drei findige Weinhändler es den Franzosen gleichzutun und wagten sich an die Herstellung moussierender Weine. Schnell waren die heimischen Schaumweine von Kloss & Foerster bei der edlen Gesellschaft und in den preußischen Offizierskasinos gleichermaßen beliebt. Die Champagner-Kellerei wuchs – auch in die Tiefe: Um die kleinen Hofkeller zu erweitern wurden fünf Kellergeschosse in den anschließenden Berghang getrieben. Den Innenhof schützte man mit einem freitragenden, von Glasbändern durchzogenen Dach vor der heißen Sommersonne. Heute zählt der »Lichthof« zu den ältesten – und sicherlich auch zu den schönsten – Industriehallen Deutschlands und ist zum kulturellen Zentrum der Region um Freyburg geworden.

Von Anfang an waren die Freyburger Sekte mit einer roten Kapsel verschlossen, so entstand 1894 der Name »Rotkäppchen«. Über die Zeit hatte die Kellerei zahlreiche Krisen und Absatzrückgänge zu überwinden, doch immer wieder hat es der beliebte Sekt bis an die Spitze des deutschen Sektmarktes geschafft. Viele Traditionen aus der Anfangszeit sind geblieben, so wird auch heute noch ein Teil der Flaschen jeden Tag per Hand gerüttelt.

Das größte Cuvéefass Deutschlands, aus 25 Eichen gefertigt und mit wertvollen Schnitzereien verziert, hat ein Fassungsvermögen für 160.000Flaschen und ist dagegen nicht mehr gefüllt. Es sorgt aber täglich für Staunen bei unseren Besuchern, die nach der Führung durch die Kelleranlagen gern noch ein Glas Sekt genießen.

Gut zu wissen

Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg (Unstrut), Sektkellereistraße 5, 06632 Freyburg (Unstrut), www.rotkaeppchen.de, Tel. +49 (0)34464 340, Öffnungszeiten: Montag – Samstag: 10:00 bis 18:00 Uhr; Sonn- und Feiertage 11:00 bis 18:00 Uhr. Anreise: Bahnhof Freyburg, Regionalbahn, Fußweg 15 Minuten.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Saale- Unstrut- Tourismus e.V.

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Vom Sekt der schmeckt - Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg (Unstrut) 51.214700, 11.769100 Sektkellereistraße 5 Sachsen-Anhalt, Deutschland (Routenplaner)