ScottyScout im Gespräch mit Johannes Müller

Johannes Müller kennt viele der Rad- und Wanderwege an Saale und Unstrut. Hin und wieder führt er auch Wandergruppen durch die Gegend. Am Unstrut-Radweg schätzt er besonders die Mischung aus mittelalterlichem Flair und Kulturlandschaft, wie auf dem Abschnitt zwischen Kloster Memleben und Naumburg. Wir haben uns mit ihm über den Unstrut-Radweg unterhalten:

Das Unstrut-Tal ist geschichtlich sehr interessant und der Radweg führt an vielen historisch wichtigen Orten vorbei. Diese Orte haben mich schon als junger Erwachsener fasziniert. Schon damals in der DDR habe ich Kloster Memleben besucht. Dort befand sich eine LPG. Heute kann man in den Mönchszellen übernachten. In den alten historischen Gemäuern kann ich mich richtig gut in die Zeit der Mönche hineindenken und ich stelle mir vor, wie sie die Felder und Weinberge bewirtschaftet haben. Der Weinberg Steinklöbe gehört heute noch zum Kloster. Man kann ihn gegenüber den Bahnschienen sehen, kurz bevor man das Kloster erreicht.

Nach dem Kloster kommt für mich dann schon gleich der nächste Höhepunkt ganz anderer Art: Früher gab es in dieser Region viele Steinbrüche. Bis in die 50er-Jahre wurde hier Buntstandstein abgebaut. Vom Unstrut-Radweg auf dem Abschnitt zwischen Memleben und Wangen sieht man die Felsen oben am Berghang des Unstrut-Tals rot in der Sonne schimmern. Ein Tipp: Im Naturparkzentrum in Nebra gibt es Informationen zu einem 11 Kilometer langen abwechslungsreichen Wanderweg durch die ehemaligen Steinbrüche (Triastor Geopfad Route 1). Die Tour ist eine tolle Möglichkeit für einen Tag Pause vom Radsattel.

Ein weiterer für mich faszinierender Punkt entlang des Unstrut-Radwegs liegt direkt bei Wangen auf dem Mittelberg. Dort ist die Fundstelle der Himmelsscheibe von Nebra. Ein Radweg führt direkt vorbei am Besucherzentrum Arche Nebra und dahinter hoch auf den Berg. Von dem Aussichtsturm hat man eine tolle Sicht über das ganze Land.

In Burgscheidungen gehört für mich eine Pause im Café des Schlosses mit dazu oder eine Einkehr in Boy’s Besenwirtschaft vor Laucha – ein Ziel vieler Rad- und Kanufahrer. Der Besuch im Schloss ist wie ein Zeitsprung von Himmelsscheibe und mittelalterlichem Kloster hinein in den wunderschönen Barockgarten. Ein toller Ausblick auf den Abschluss des Radwegs: Nach passieren der Zeddenbachmühle eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Weinberge des Schweigenberges und der majestätischen Neuenburg.

Gut zu wissen

Unstrut-Radweg, Abschnitt Etappen 5 und 6 (insg. 70 km) zwischen Artern über Nebra bis Naumburg, www.radweg-unstrut.de. Die Oberfläche des Radwegs ist von ganz besonderer Qualität, durchgängig asphaltiert. Anreise Etappe 5: Bahnhof Artern, Regionalbahn. Wer sein Rad für eine Exkursion durch die Weinberge mal kurz beiseite stellen möchte, findet mit dem Schweigenberg-Rundweg ab der Altstadt in Freyburg einen gut beschilderten 8 km langen Rundwanderweg.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Unstrut-Radweg e.V.

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Roter Sandstein in alter Kulturlandschaft – unterwegs auf dem Unstrut-Radweg 51.246427, 11.638727 Burgscheidungen Sachsen-Anhalt, Deutschland (Routenplaner)