von Gastautorin Iris Hölzer

Die Autorin ist als Weinerlebnisbegleiterin an Saale und Unstrut unterwegs und kennt die Arbeit der Winzer aus eigenen Erfahrungen: Sie war unter anderem im Herzoglichen Weinberg in Freyburg tätig:

Im Spätsommer nähert sich die Vegetation im Weinberg dem Ende zu. Die Trauben reifen. Da interessiert unsere Besucher dann ganz besonders, wie die Trauben aussehen und vor allem wie sie schmecken. Der Traminer ist rosarot, der Grauburgunder etwas dunkler, fast gräulich – daher auch der Name. Viele sind überrascht, dass die Trauben so süß sind und dann trotzdem einen trockenen Wein ergeben. Ich habe bei den Führungen mein Refraktometer dabei. Damit kann ich den Zuckergehalt der Trauben messen und die Besucher können den Gehalt der Öchsle in den Trauben der jeweiligen Sorte sehen. Eine weitere Überraschung ist dann auch, wie sehr sich die Jahre unterscheiden und das dann auch so deutlich im Wein zu schmecken ist. Das heiße Jahr 2018 bringt zum Beispiel Trauben mit einem sehr hohen Zuckergehalt hervor, der wiederum einen hohen Alkoholgehalt im Wein nach sich zieht.

Viele Besucher haben einen eigenen Weinstock im Garten stehen. Sie beschäftigt, ob und wie sie den Weinstock beschneiden können. Neu ist für die meisten, dass die Weinreben in vielen Arbeitsgängen und fast das ganze Jahr über beschnitten werden, dazu kommt die Bodenbearbeitung und der Pflanzenschutz. Bis der Wein im Glas funkelt und getrunken werden kann, sind also sehr viele Arbeitsgänge notwendig, und Arbeit rund ums Jahr.

Bei einer Wanderung durch die Weinberge zeige ich auch, was sich neu entwickelt hat: Neue Sorten, neue Weinberge und in der Erntezeit können die Besucher in manchen Weinanlagen den Einsatz eines Traubenvollernters sehen – der meiste Wein bei uns befindet sich aber in Steillage und da wird nach wie vor mit der Hand geerntet. Eine besonders extreme Steillage hat der Max-Klinger-Weinberg im Blütengrund bei Naumburg. Es war für mich ein besonderes Erlebnis, dort bei der Ernte zwischen den Reben herum zu kraxeln und die Trauben zu schneiden, während die Männer die zentnerschwere Butte den Hang rauf und runter schleppten. An jedem 3. Oktober – egal auf welchen Tag er fällt – sind im Blütengrund übrigens alle Weinberge geöffnet und man kann auf eigene Faust die Weinberge erwandern, den angebotenen Wein und regionale Spezialitäten kosten und die herrliche Aussicht ganz oben an der Waldkante genießen.

Gut zu wissen

Weinerlebnisführungen können über die Webseite des Saale-Unstrut-Tourismus e. V. gebucht werden. Das Weinbergcafé im Max-Klinger-Weinberg wird von April bis Oktober bewirtschaftet: Blütengrund 3, 06618 Großjena, www.klinger-weinberg.de. Öffnungszeiten: April bis September 14 bis 19 Uhr, am Wochenende ab 10 Uhr. Anreise: Bahnhof Kleinjena, Regionalbahn, von dort sind es 15 Min. zu Fuß zum Weinberg.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Saale-Unstrut-Tourismus e.V.

Karte wird geladen - bitte warten...

Weinwandern an Saale und Unstrut – Weinlese in Steillage 51.179235, 11.790261 Blütengrund 3, 06618 Großjena (Routenplaner)