Die Felsen der Sächsischen Schweiz haben schon lustige Namen, meinen meine Kinder. Da finden sich Papst und Pfaffen, Hohe Liebe sowie Falken, Bären und Affen. Gern besucht und gut zu erreichen ist der Kuhstall, den wir uns für einen gemütlichen »Ausruhtag« vornehmen.

Ein erfrischender Auftakt ist der Lichtenhainer Wasserfall. Alle halbe Stunde nur fällt dort angestautes Wasser hinab, eingeläutet mit triumphaler Musikeinspielung. Diesen Ort im bezaubernden Kirnitzschtal erreichen wir mit der historischen Kirnitzschtalbahn. Ebenso altmodisch wie zuverlässig verkauft uns der Schaffner die Fahrkarten, gibt uns seine persönlichen Tipps und zwischendurch seinem Kollegen einen Staffelstab in die Hand für das kommende einspurige Trassenstück. Welch ein Kleinod in Zeiten der Digitalisierung.

Dann führt uns ein halbstündiger Fußweg zum Kuhstall, der natürlich kein Kuhstall, sondern ein sehr großes Felsentor ist – nach dem Prebischtor auf der tschechischen Seite das zweitgrößte im Elbsandsteingebirge. Ein Schild gibt Auskunft über die vermutliche Namensgebung: Im 15. Jahrhundert versteckten Raubritter in einer eigens dafür errichteten Anlage dort ihre Beute zwischen den Felsen, darunter reichlich Rinder. Später während des Dreißigjährigen Krieges, nutzen die Bauern der umliegenden Orte das Versteck für ihr Vieh.

Besonders reizvoll ist der folgende Aufstieg über die Himmelsleiter auf das Felsplateau hinauf. Die Stiege ist schmal, aber auch mit Rucksack gut passierbar. Oben finden sich noch Spuren der Burg und als Belohnung gibt’s einen grandiosen Blick bis hinüber zum Kleinen Winterberg, den Affensteinen und den Bärenfangwänden. Hinab geht man auf der anderen Seite, denn die Himmelsleiter führt natürlich nur nach oben. Unten erwartet hungrige Mäuler ein Gasthaus mit gemütlicher Stube und Freisitz. Wandern muss man auch hier, da Linsensuppe oder Kuchen am Selbstbedienungsschalter zu bestellen sind. Ringsum gibt es noch viele Felseinschnitte und Höhlen zu erkunden, die Versteckspiele oder Ausblicke erlauben. Das Schneiderloch ist so ein Ort: ein kurzer Aufstieg im Gestein, noch schmaler als die Himmelsleiter, führt zu einer großartigen Aussicht weit übers Land. Heimwärts kann man den Rundweg wählen, links vor dem Kuhstall durch eine Felsschlucht wieder Richtung Wasserfall. Oder aber wie wir aufgrund plötzlich einsetzenden Regens den kürzeren vom Aufstieg.

Gut zu wissen

Startpunkt: Lichtenhainer Wasserfall, Kirnitzschtalstraße 11, 01855 Sebnitz, www.lichtenhainer-wasserfall.de. Anreise: Kirnitzschtalbahn Bad Schandau bis Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall oder Bus Linien 241 und 261.

Karte wird geladen - bitte warten...

| km | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
Kuhstall mit Himmelsleiter 50.925700, 14.257000 Kuhstall, 01814 Bad Schandau (Routenplaner)