von Gastautorin Barbara Pinkepank

Barbara Pinkepank hat bis 1990 im Automobilwerk Eisenach gearbeitet und die Standortentwicklung für das neue Opelwerk miterlebt:

Der in den 1980er-Jahren zur Steigerung der Produktivität begonnene Werksneubau des Automobilwerks Eisenach (AWE) am westlichen Stadtrand war zur »Wende« noch nicht ganz abgeschlossen. Nur der Rohbau war weitestgehend fertiggestellt und ein Teil der Fertig- und Endmontage stand bereits. Dem damaligen AWE-Leiter Wolfram Liedtke ist es zu verdanken, dass Verhandlungen mit dem Opel-Vorstand aufgenommen wurden. Trotz erheblicher Widerstände der AWE-Werker begann die Opel AG bereits frühzeitig mit Standortuntersuchungen am Hauptwerk, wie auch am Betriebsteil Gries.

Im Ergebnis zeigte Opel Interesse für die Weiterverwendung und Erweiterung des halbfertigen Betriebsteils Gries. So wurde bereits im März 1990 die Zusammenarbeit zwischen dem AWE und der Opel AG mit einem Joint-Venture-Vertrag vereinbart und der Bau eines Opelwerkes in Eisenach beschlossen. Das war der Start für eine gemeinsame Vectra-Montagelinie. Der erste in Eisenach hergestellte Opel Vectra verließ am 05.10.1990 im Beisein von Bundeskanzler Kohl die Endmontage.

Nach nur zwei Jahren Bauzeit nahm im September 1992 das neue Opel-Werk in Eisenach die Produktion auf und der erste in Eisenach gefertigte Opel Astra rollte vom Band. Fast zeitgleich erfolgte die Abwicklung des AWE am innerstädtischen Standort. Der letzte Wartburg verließ im April 1992 das Werk. Der schrittweise Rückbau begann.

Etwa jeder siebte Mitarbeiter des AWE wurde durch ein spezielles Auswahlverfahren und nach Einarbeitung im Hauptwerk in Rüsselsheim von Opel übernommen. Doch auch die Privatisierung von ehemals zum AWE gehörenden Teilbereichen, wie der Getriebe- (heute Mitec) oder die Pressteilherstellung (heute Benteler) erhielt zusätzlich Arbeitsplätze. Und ebenso zogen die von Opel genutzten Subunternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet, so auch Planungs- und Ingenieurbüros, nach und nahmen Kontakt zu Fachkräften des Eisenacher Automobilwerks auf. Damit wurde es möglich, weiteren AWE-Werkern neue Arbeitsstellen zu verschaffen.

Neben der Produktion des Opel Vectra vor, und des Opel Astra nach Eröffnung des neuen Werkes, werden heute in Eisenach der Opel Corsa und der Opel Adam produziert. Bei einer Werkstour kann man einen Blick hinter die Kulissen der Produktion werfen.

Gut zu wissen

Adam Opel AG – Werk Eisenach, Adam-Opel-Straße 100, 99817 Eisenach, www.opel.de, Tel. +49 (0)3691 663131. Werkstouren Mo. – Fr. 11 Uhr und 14 Uhr – Bitte zuvor anmelden. Anreise: Haltestelle Eisenach Opelwerk, Regionalbahn.

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Opel Eisenach – »Ersthelfer« am Traditionsstandort der Automobilindustrie 50.982510, 10.279540 Adam-Opel-Straße 100, 99817 Eisenach (Routenplaner)