von Gastautorin Silke Krage

Silke Krage ist seit 27 Jahren Mitarbeiterin des Panorama Museums in Bad Frankenhausen. Das Museum ist mit der Geschichte des Schlachtbergs eng verbunden:

200 Meter vom Museum entfernt steht er, es ist nur ein Stein. Der Ort, an dem das Bauernschlacht-Denkmal zu finden ist, ist wohl eher willkürlich gewählt, denn die Schlacht der Bauern gegen die Feudalherren hat am 15. Mai 1525 hier auf dem ganzen Berg und in der Stadt Bad Frankenhausen stattgefunden. Es gab oben auf dem Berg wohl eine Wagenburg, in der sich das Bauernheer mit seinen ungefähr 6.000 Aufständischen verschanzt hatte. Sie wurden dann vom Heer der Adligen hinunter in die Stadt getrieben und einfach niedergemetzelt. Der ganze Berg war übersäht mit Toten. In der Stadt fand man dann auch ihren Anführer, Thomas Müntzer, der wenig später in Mühlhausen hingerichtet wurde.

Thomas Müntzer, der die reformatorischen Ideen Martin Luthers aufnahm und diese nutzte, um auf die sozialen Missstände bei den Bauern zu Beginn des 16. Jahrhunderts hinzuweisen, galt in der DDR als einer der wichtigsten Identifikationsfiguren für die Ideale des Sozialismus. Sein Name und die Ereignisse der Bauernaufstände wurden vom Staat genutzt für die Legalisierung des Sozialismus und seine geschichtliche Entwicklung. Dies war auch der Anlass für die Beauftragung von Werner Tübke für das monumentale Bild, das im Bildsaal des Panorama Museums zu bewundern ist. Tübke hat sich von einer rein geschichtlichen Darstellung aber früh distanziert.

Es gibt zwar einen Zusammenhang zwischen den reformatorischen Ideen Martin Luthers und den Bauernaufständen – Thomas Müntzer griff anfangs die Ideen Luthers auf – wurde jedoch schnell zum entschiedensten Gegenspieler des Wittenberger Reformators. Als »Knecht Gottes« führte Müntzer das Bauernheer gegen die weltliche Obrigkeit, deren Legitimierung sich nach seiner Auffassung nicht aus der Bibel ableiten ließ. Die Schlacht in Bad Frankenhausen endete in einem grauenvollen Gemetzel und war dann auch erst mal ein Endpunkt in der Bewegung der Bauernaufstände. Die Situation der Bauern besserte sich nicht und das blieb auch lange Zeit so.

Selten kommen Leute und fragen nach dem Stein mit der Aufschrift »Freyheit« in dem kleinen Wäldchen südöstlich vom Museum. Er stand schon vor Baubeginn des Museums in den 1970er Jahren hier.

Gut zu wissen

Bauernschlacht-Denkmal, Am Schlachtberg 9, 06567 Bad Frankenhausen, www.panorama-museum.de. Der Stein befindet sich ca. 100 Meter vom Museum entfernt in südöstlicher Richtung, GPS-Koordinaten: N 51.3653° E 11.1045°. Anreise: Busbahnhof Bad Frankenhausen (Kyffhäuser) von dort 30 Min. zu Fuß.

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Ein Stein versteckt im Wald - das Bauernschlacht-Denkmal 51.365300, 11.104500 Am Schlachtberg 9, 06567 Bad Frankenhausen (Routenplaner)