Einer meiner Lieblingsplätze im Südharzer Vorland ist das Naturdenkmal »Kelle«, ein Erdfall im Zechstein nahe der Stadt Ellrich. Das Wort »Kelle« ist entstanden aus dem Wort »Kehle«, gleichzusetzten mit Hohlraum. Die »Kelle« ist ein besonders großer solcher Karst-Hohlraum, sie entstand durch Auswaschen und Auslaugen von Gips und Salzen aus dem Felsen. Das Ganze aber sieht viel schöner aus als es klingt und auch der Weg dorthin ist sehr empfehlenswert. Kennengelernt habe ich die »Kelle« erst nach der Wende, da das Gebiet nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze früher nicht frei zugänglich war. Nun ist es oftmals Ziel von mir und Labradorhündin Hexe.

Mit dem Fahrrad aus Richtung Niedersachswerfen kommend nach Ellrich fahrend findest die »Kelle«, wenn du im winzigen Sprengel Cleysingen rechts am kleinen Flüsschen Sülze dem »Ochsenweg« folgst bis Du an eine alte Furth gelangst. Hier wurden in früheren Zeiten die Ochsen durchgetrieben und heute fährt noch mancher SUV hindurch. An der Furth steht ein prächtiger alter Baum, eine über zweihundert Jahre alte Rosskastanie, über deren interessante Geschichte ein Schild berichtet und neben der eine Sitzgruppe zum Verweilen einlädt. Genau hier rasten wir immer das erste Mal, da der Hund in der Furth so herrlich baden kann. Hier ist man bei schönem Wetter selten allein. Mit den anderen Wanderern, Spaziergängern, Joggern und Fahrradfahrern, mit und ohne vierbeinige Begleiter, lässt es sich gut plaudern. Im Sommer bei Niedrigwasser plantschen die Kinder im Wasser und man tauscht sein Wissen über die schönsten Plätze im Südharz aus. Nach der Rast waten Hexchen und ich durch die Furth hindurch oder wir nehmen die kleine linksliegende Brücke zum Überqueren des Wassers und folgen dann dem neu angelegten Radweg in das nahegelegene Wäldchen. In diesem verbirgt sich die »Kelle«.

Angekommen findest Schautafeln zum geologischen Hintergrund und Wegweiser zu weiteren Zielen im Südharz. Zuvor solltest Du aber unbedingt die Treppe hinabsteigen und Dir die Gipshöhle mit ihrem kleinen Salzsee anschauen. Dieses Fleckchen Erde sieht immer, unabhängig von der Jahreszeit, ein wenig verwunschen aus, das Tageslicht wird gedämpft durch den Abstieg in die Höhle und auch die alten hohen Bäume verdunkeln das Licht – wie ein Eintauchen in eine andere Welt!

Gut zu wissen

Naturdenkmal »Kelle«, gelegen bei 99755 Ellrich, am Karstwanderweg und am Harzrundweg zwischen Cleysingen, Appenrode und Werna, www.naturpark-suedharz.de/1/karst-entdecker. Anreise: Haltestelle Cleysingen, Bus (Linie 241), weiter zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

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An der Rosskastanie vorbei durch die Sülze zur »Kelle« 51.575500, 10.717400 »Kelle« bei 99755 Ellrich (Routenplaner)