Der Kinofilm »The Monuments Men« erzählt die große Geschichte vom kleinen Merkers als Coup der Amerikaner kurz vor dem alliierten Sieg über Deutschland 1945. Als Held verkörpert ein charmanter George Clooney den Retter der von den Nazis geraubten Kunstschätze und 80 Prozent der Goldreserven der Reichsbank.

Wir besteigen den Förderkorb, der uns in 90 Sekunden an unser Ziel tief im Salzbergwerk bringt. Dicht gedrängt stehen die Ausflügler, ängstlich flüsternd und neugierig blickend, behelmt und erwartungsfroh. Unten angekommen — es ist warm und trocken — steigen wir auf Oben-Ohne-LKW, die uns in eine fremde und dunkle Weite fahren. Wir vergessen schnell, dass wir die nächsten drei Stunden hier verbringen werden. Wir lernen, »Tiefe« ist nicht gleich »Teufe« und diese beträgt hier 500 Meter. Nicht vom Meeresspiegel aus wird bei der »Teufe« gemessen, sondern bis zur Erdoberfläche.

Die rasante Fahrt geht über 20 Kilometer, insgesamt sind es im Bergwerk 4.600. Seit 120 Jahren wird hier Kalisalz für Düngemittel mithilfe von Bohrtechnik und Sprengungen abgebaut. Das Salz verdankt die Region einem urzeitlichen Meer, das hier teils 150 Meter mächtige Salzschichten zurückließ. Bei der Ausbeutung kann nur ein Viertel davon abgebaut werden, weil die Stollen sonst einstürzen würden.

Immer wieder hält die LKW-Kolonne, ein riesiger Raum tut sich auf. Bunt beleuchtet, beeindruckend zeigt sich hier die unterirdische »Konzerthalle«, die früher ein Bunker für die Lagerung des Salzes war und wo der größte untertägige Schaufelradbagger der Welt steht. So ganz sicher scheint sich der Grubenbetreiber K+S seiner größten Attraktionen allerdings nicht zu sein: Der Grube und dem Salzabbau. Der Besucher bekommt auf der Untertage-Tour eine Lasershow nebst Besuch der »Kristallgrotte« geboten und pausiert an der »Kristall-Bar«, bevor ihn die Vorführung einer Schausprengung zum Thema Salzabbau zurückbringt. Und dann geht es doch um die Nazis: Im »Goldraum« sehen wir eine kurze TV-Doku und die echten »Monuments Men«. Ein kleines historisches Museum liegt gleich nebenan. Zahlreiches technisches Gerät in einer Ausstellung und der Vortrag unseres Guides zur Geschichte des Kalibergbaus lassen uns verstehen, wie hier gearbeitet wurde und wird.

Auf dem Rückweg geht es nun heiter im Förderkorb zu. Lau weht der Fahrtwind und leise surrt die Winde. Wir nehmen den Weg zurück ans Tageslicht.

Gut zu wissen

Erlebnis Bergwerk Merkers, Zufahrtstraße, 36460 Krayenberggemeinde (OT Merkers), www.erlebnisbergwerk.de, Tel. (0)3695 614101. Öffnungszeiten: Siehe Webseite. Eintritt: Erwachsene ab 23€, Kinder ab 15€, Familienticket ab 52€ (Vorbestellung wird empfohlen).

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Salz und Gold im Erlebnisbergwerk Merkers 50.820900, 10.123400 Zufahrtstraße, 36460 Krayenberggemeinde (Routenplaner)