von Gastautor Peter Eff

Der Autor und sein über 80-jähriger Vater Walter Eff restaurierten und pflegen den Familienbetrieb, die historische Hammerschmiede in Asbach:

Die Hammerschmieden in unserer Region waren früher das dominierende Gewerk. Vor 1900 gab es circa 80 Hammer- und 90 Nagelschmieden in Asbach. Die hier hergestellten Eisenwaren gehörten zu den bekannten »Schmalkalder Artikeln« und wurden in alle Welt geliefert. Die Schmieden, auch Kleinfeuerstätten genannt, waren meist Familienbetriebe. Wer hier arbeitete, führte ein karges Leben. Nur mit einer zusätzlichen kleinen Landwirtschaft konnte man überleben.

Um 1900 errichtete mein Urgroßvater Johannes Eff neben dem Wohnhaus eine Hammerschmiede. Am Anfang schmiedete er in reiner Handarbeit. Später erleichterte ein Elektromotor die schwere körperliche Arbeit. Über Transmissionen, die noch heute zu sehen sind, wurden die verschiedensten Fallhämmer, Lufthämmer, Pressen, eine »Schleifscheuer« und Schleifböcke sowie Ventilatoren zum Absaugen der Luft beim Lackieren oder zum Schüren des Schmiedefeuers angetrieben. Hergestellt wurden Hämmer für verschiedenste Berufe, zum Beispiel Schlosser-, Uhrmacher- oder Schuhmacherhämmer.

1936 übernahm mein Großvater Karl Eff zusammen mit seinem Bruder die Schmiede. Dieser überlebte den Krieg nicht und Karl arbeitete allein weiter. Mein Vater Walter stieg nach der Ausbildung zum Maschinenschlosser in der damaligen Werkzeugunion Steinbach-Hallenberg 1955 in den Familienbetrieb ein.

1960 schlossen sich die Asbacher Hammerschmiede zu einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks zusammen. Daraus entstand — nicht freiwillig — 1972 der »Volkseigene Betrieb Werkzeuge und Sicherheitsbeschläge«.
Aufgrund der besonderen handwerklichen Spezialisierung produzierte mein Vater in seiner Schmiede weiter und konnte den Betrieb 1982 wieder privatisieren. Die geringen Stückzahlen der hier hergestellten Hämmer waren für die Volkseigenen Betriebe uninteressant geworden.

Seit 1993 ist die Hammerschmiede ein technisches Denkmal, welches in den vergangenen Jahren restauriert und gepflegt wurde. Interessierte Besucher können hier traditionelle Schmiedevorführungen erleben. In der früheren Waschküche neben der Schmiede haben wir mit Hilfe des Thüringerwald-Vereins Asbacher Berge und Umgebung e.V. eine Ausstellung eingerichtet.

Gut zu wissen

Historische Hammerschmiede Asbach, Talstraße 116A, 98574 Schmalkalden, www.hammerschmiede-asbach.de, Tel. +49 (0)3683 783220. Die Besichtigung ist nach Voranmeldung möglich. Das Schauschmieden zu besonderen Anlässen übernimmt Walter Eff. Anreise: Haltestelle Asbach Kirche, Regionalbus (Linien 452, 453, 455).

Karte wird geladen - bitte warten...

Familiengeschichte unterm Hammer in Asbach 50.727177, 10.493329 Talstraße 116A, 98574 Schmalkalden (OT Asbach) (Routenplaner)