von Gastautoren Hans-Georg Franke und Dr. Judith Hesse

Hans-Georg Franke ist Vorsitzender des Vereins IFA-Museum Nordhausen a. Harz e.V. Er war 22 Jahre in der Qualitätssicherung der IFA-Motorenwerke Nordhausen tätig und ab 1993 Serviceleiter in einem Nordhäuser Autohaus:

Wie kaum ein anderer Ort reflektiert der »IFA«-Standort die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit all ihren Facetten von der Gründerzeit bis ins Heute. Diese große hundertjährige Nordhäuser Maschinenbautradition dem kollektiven Gedächtnis zu erhalten, ist ein Anliegen des IFA-Museums.

Am Originalstandort in den ehemaligen Räumen des Motorenwerkes präsentieren sich alte Lokomotiven, betagte Traktoren aus den 1950/60er-Jahren und eine Vielzahl von Motoren. Die meisten Maschinen sind aufwendig rekonstruiert und funktionstüchtig. Schnittmodelle zeigen Aufbau und Funktion. Besonders für junge Besucher ist das eine spannende Lehrstunde in Technik. An manchen Tagen werden Lokomotiven gestartet und Motoren angeworfen. Ein riesiges Modell zeigt die Größenordnungen des IFA-Motorenwerkes im Jahr 1988 und historische Fotos berichten hautnah von einer Industriegeschichte, die heute verlorenzugehen droht.

Das Besondere an unserem Museum ist die Art der Präsentation: Es finden sich hier Exponate aus verschiedenen Epochen der Industriegeschichte, auch aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ordentlich aufgereiht und katalogisiert, so wie es die Sammlung eines Museums erwarten lässt, auch werden die Besucher von ehemaligen »IFA-ranern« durch die Ausstellung geleitet. Das sind die Frauen und Männer, die die Exponate aus Zeiten kennen, als diese noch im Einsatz waren. Sie erzählen Geschichten über Entwicklung und Entstehung, über Probeläufe und nicht gelungenen Experimente, Produktion in Zeiten der Mangelwirtschaft und den Stolz der Menschen, Produkte zu bauen, die zu ihrer Zeit Weltspitze waren. Im IFA-Museum können die großen und kleinen Besucher noch mit Menschen sprechen, die diese Traktoren und Motoren gebaut haben. Manch spannende Geschichte lässt sich so hören … Das gilt auch für manchen Besucher, der seinen Enkeln vor Ort die Erfahrungen seiner Jugend näher bringt.

100 Jahre Industrieproduktion in Nordhausen. Das IFA-Museum in Nordhausen schreibt diese Geschichte und zeigt wie Technik funktioniert.

Gut zu wissen

IFA-Museum Nordhausen, Montaniastraße 13, 99734 Nordhausen, www.ifa-museum-nordhausen.de, Tel. +49 (0)3631 4791543. Öffnungszeiten: Apr. – Nov. Di. u. Do. 10 bis 17 Uhr; Dez. – Mrz.: Di. u. Do. 10 bis 16 Uhr sowie jeden 2. Sa. im Monat, Führungen nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten. Anreise: Haltestelle IFA, Bus (Linien 27, 29) vom Bahnhof Nordhausen.

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IFA-Museum Nordhausen – ein Industriestandort ist Geschichte 51.494726, 10.773428 Montaniastraße 13, 99734 Nordhausen (Routenplaner)