von Jakob und Lars Scharnholz

Jakob und Lars Scharnholz sind Basketballfreunde und sehen Städte gern von oben:

Der JenTower ist der »Slam-Dunk« von Thüringen. Das kennt man vom Basketball: Einmal richtig hoch und dann punkten. Kein Wunder, dass sich die Science City Jena gut in der 1. Basketballbundesliga hält, bei dem Hochhaus!

Bis heute strahlt der bis zur Spitze fast 160 Meter hohe Baukörper im Zentrum vor allem eines aus: das Selbstbewusstsein und die Experimentierfreudigkeit der Stadt und der »Zeissianer«. Jena ist mit seiner 1558 gegründeten Universität ein Spitzenreiter im Osten. Im JenTower sitzen nicht nur »ein paar Startups«, wie die Wochenzeitung »Die Zeit«, etwas salopp schrieb. Der Bau beherbergt zum Beispiel auch das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, das mit den Universitätsfakultäten nebenan in internationalen Verbundprojekten von Europa bis zur Antarktis forscht.

So war es auch der Forschergeist, der Anlass zum stolzen Turmbau gab. Im 23.000 Quadratmerer großen JenTower sollte die Erfindergruppe »Kombinat Carl Zeiss Jena« residieren. Dabei reiht sich das einem gigantischen Okular gleichende Hochhaus, in eine Serie von bildhaften sozialistischen Großbauten ein, die mit dem aufgeklappten Buch in Leipzig – Universitätshochhaus, Bauzeit 1968-72, Hermann Henselmann – ihren Anfang nahm.

Mit den zwei Fahrstühlen schießt man, bei leichtem Druck auf den Ohren, mit einer Sekunde pro Etage in das letzte der 29 Obergeschosse und hat alsbald den schönsten Ausblick über das Saaletal. Durch eines der insgesamt 1.456 silberbedampften Spiegelglasfenster oder von den Aussichtsplattformen in Richtung Süden geschaut, sieht man bei gutem Wetter sogar die leuchtend schönen »Platten« von Lobeda.

Als Lektüre empfiehlt sich das Buch »Der Turm von Jena. Architektur und Zeichen«. Den Band erhielten die Autoren dieses Textes von einem Baugeschichtsprofessor an der 8.000 Kilometer entfernten University of Washington in Seattle. Übrigens: Dort heißt das JenTower-Äquivalent »Spaceneedle«, erbaut zur Weltausstellung 1962. Der Sci-Fi-Turm war Zeichen der NBA-Basketballmannschaft SuperSonics, die 2008 leider von Seattle nach Oklahoma gingen. In Jena dagegen wird hoffentlich noch länger erstklassiger Basketball gespielt.

Gut zu wissen

JenTower, Leutragraben 1, 07743 Jena, www.jentower.de, Tel. +49 (0)3641 208000. Die Aussichtsplattformen sind täglich von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Die Liftfahrt kostet 3,50 €. Der Eingang befindet sich auf der Westseite unweit der nicht nur unter Studenten als Trinkmeile beliebten Wagnergasse. Anreise: Haltestellen Stadtzentrum, Straßenbahn (alle Linien).

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Der JenTower – modernes Jenaer Wahrzeichen. Eine Basketballgeschichte 50.928788, 11.584776 Leutragraben 1, 07743 Jena (Routenplaner)