»Tritt ein in den Dom, kleiner Mensch, tritt ein!« Betrete ich den Dom zu Nordhausen, höre ich in meinem Inneren die Melodie der ehemaligen Dresdner Gruppe elektra aus den 1970-er Jahren und lasse mich von ihr mitnehmen in eine andere Welt. Einige werden das Lied vielleicht noch kennen, es beschreibt stimmgewaltig und erhaben, getragen von der Stimme von Stephan Trepte und begleitet von der Orgel, die Atmosphäre, die uns Menschen in einem solch famosen Bauwerk umfängt. Und so zeitlos wie dieses Stück steht auch der Dom scheinbar für alle Ewigkeit. Im Jahre 961 errichtete Königin Mathilde auf dem Boden der Burganlage, die ihr von ihrem Gemahl Heinrich I als Witwensitz übertragen worden war, einen Frauenstift.Die Krypta und die beiden massiven romanischen Türme, die weit in das Land vom Nordhäuser Stolz künden, wurden um 1130 erbaut. Der Dom selbst ist gotisch und der Einzige neben dem in Erfurt, der in Thüringen den Namen Dom tragen darf. Er trägt auch den Titel »Dom Zum Heiligen Kreuz«, weil in ihm ein Splitter des Kreuzes Jesu Christi verwahrt wird.

Schon als Grundschulkind – in meiner damals noch aus einem Stück gefertigten hölzernen Schulbank lernte ich in dem riesigen Backsteinbau direkt nebenan – schaute ich manches Mal entrückt aus dem Fenster auf den Dom. Da ließ es sich Träumen! Zur vollen Stunde schlug, wenn ich mich richtig erinnere die Turmuhr und seltener natürlich erklangen die Turmglocken, vier an der Zahl, in ihrem tiefen vollen Klang. Und dann die Klangfülle der Orgel, mit nichts zu vergleichen und immer wieder einfach nur ergreifend und beeindruckend, welch Resonanz und Widerhall!

Beeindruckend ist auch die Sichtachse auf den Dom aus der Unterstadt kommend, hier geht es die Wassertreppe hinauf. Sie ist eine von sehr vielen und eine sehr alte Treppe in Nordhausen und verbindet auf kürzester Strecke und auf anstrengende Art die Unterstadt mit der Altstadt. Am Beginn der Stiege verschwindet der Dom aus dem Sichtfeld. Erst vom Primarius Graben, der nach etwa zwei Dritteln der Treppenstufen an der Stadtmauer nach links abbiegt, erblickt man das trutzige, dunkle und gewaltiges Bauwerk wieder.

»Tritt ein in deinen staubigen Schu´n. Tritt ein in den Dom!« Da ist sie wieder, die Melodie von elektra und begleitet mich beim Gang in das erhabene Bauwerk. »Tritt ein …. ein paar Minuten zu ruh´n.«

Gut zu wissen

Dom zum Heiligen Kreuz Nordhausen, Domstraße 5, 99734 Nordhausen, www.hk-ndh.com/Nordhaeuser-Dom. Öffnungszeiten: April bis Oktober, Mo. – So. 10 bis 18 Uhr; November bis März: Mo. – So. 10 bis 16 Uhr.Bahnhof Nordhausen, Regionalbahn, Fußweg 15 Minuten.

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Tritt ein in den Dom zu Nordhausen 51.503928, 10.790162 Domstraße 5, 99734, Nordhausen, Deutschland (Routenplaner)