Die von 1897 bis 1899 in verschiedenen Etappen durch die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn Gesellschaft (NWE) eröffnete Harzquerbahn bildet heute, gemeinsam mit der Selketal- und der Brockenbahn, das etwa 140 Kilometer umfassenden Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB). Mit dem Bau der Strecke von Nordhausen nach Wernigerode sollten zwei Ziele erreicht werden: Die Beschleunigung des Warentransports von Industriegütern und die Entwicklung des Tourismus. Beides ist gelungen.

Hier werden bis heute Güter befördert, aber vor allem ist die Bahn eine Touristenattraktion. Mehr als eine Million Fahrgäste pro Jahr entdecken auf den 1.000 mm breiten Schienen die Naturschönheiten im Harz. Auf den rund 60 Streckenkilometern zwischen Nordhausen (Thüringen) und Wernigerode (Sachen-Anhalt) führen die Gleise über Brücken und Tunnel, die von den bautechnischen Herausforderungen bei der Errichtung einer Eisenbahnstrecke durch ein Gebirge zeugen.

Die erlebnisreiche Fahrt beginnt am repräsentativen Empfangsgebäude in Nordhausen Nord. Von Ilfeld, dem gebirgigen Tor des Südharzes, führt die Strecke bis Beneckenstein und weiter über Hochebenen, am Brocken vorbei nach Wernigerode. Kurz vor der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt, am Trennungsbahnhof Eisfelder Talmühle zweigt die Selketalbahn Richtung Hasselfelde und Quedlinburg ab. Hier ist im Sommer regelmäßig die eindrucksvolle Doppelausfahrt von zwei Dampfloks zu erleben.

Seitdem sich im Juli 1897 zum ersten Mal für einen Zug die grüne Kelle in Nordhausen hob, wird diese Eisenbahnstrecke durchgehend mit dampfbespannten Zügen befahren. Die HSB nutzt 25 Dampflokomotiven, darunter die älteste deutsche Gelenklokomotive von 1897 und zwei weitere, um die Jahrhundertwende gebaute Malletlokomotiven mit zweigeteiltem Triebwerk für kurvige Bergstrecken. Zusätzlich werden Dampfloks aus den 1950er-Jahren eingesetzt.

Aber es gibt auch einen modernen Fuhrpark, zum Beispiel für die Einbindung der Bahn in den Stadtverkehr Nordhausen. Bis nach Ilfeld nutzt eine dieselelektrische Straßenbahn die Gleise. Und auch mit neuen innovativen Techniken zur Streckensicherung ist das technische Denkmal Harzquerbahn im 21. Jahrhundert angekommen.

Gut zu wissen

Die Fahrt mit der Harzquerbahn von Thüringen aus beginnt am Bahnhof Nordhausen Nord, Bahnhofsplatz 3A, 99734 Nordhausen, www.hsb-wr.de, Tel. +49(0)3943 5580, Fahrplan und Fahrpreise siehe Webseite. Am gegenüberliegenden Bahnhof besteht Anschluss an den Regional- und Fernverkehr.

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Die Harzquerbahn – ein technisches Denkmal auf Schienen 51.493866, 10.788775 Bahnhofsplatz 3A, 99734 Nordhausen (Routenplaner)