Nordhausen ist eine grüne Stadt. Es gibt neben vielen kleinen grünen Flecken, den großen Stadtpark, den »Rosengarten«, die »Promenade« am Theater, wir haben den »Förstemannpark« und den »Petersberg« und wir haben sogar einen ganzen Stadtwald mit Namen »Gehege«. Und besonders zu erwähnen ist der »Park Hohenrode«. Ich persönlich lernte ihn Anfang der 1990er-Jahre näher kennen, als ich gerade in die Oberstadt gezogen war und dort oft spazieren ging. Der Park war damals ein verwunschener Ort. Selten traf ich Leute und langsam verwilderte alles, die Villa des Tabakfabrikanten Kneiff zerfiel. Irgendwann sah man vor lauter Riesenstauden und Unkraut die Wege und Sträucher kaum noch, nur die wirklich großen alten Stämme standen in stoischer Ruhe und ließen sich durch den Wildwuchs nicht beirren. Was kümmerte die grünen Riesen ein paar Jahrzehnte! Ein trauriger Anblick bis zum Weckruf des Kleinods durch einen Förderverein, dem es zu verdanken ist, dass der »Park Hohenrode« wieder auferstehen konnte.

Heute ist der Park ein Juwel und Heimstatt einer wohl einmaligen Gehölzsammlung. Immer, wirklich immer und egal ob Sonne, Regen oder Schnee, wenn ich dort mit meiner Labradorhündin Hexe spazieren gehe und die wunderschöne Gartenarchitektur und die alten Bäume bestaune, treffe ich andere Menschen, die den Zauber wohl ähnlich spüren. Kleine Kunstwerke aus Holz säumen die Wege, Bänke laden zum Verweilen und Träumen ein, eine alte Brücke kreuzt den Fahrweg zur Villa und gilt zurecht als architektonisches Schmuckstück im Park.

Los geht es mit dem Erklimmen der alten steinernen Eingangstreppe. Man kann nach links oder rechts schlendern, ein Weg ist schöner als der andere. Die alten exotischen und heimischen Bäume sind in Gruppen platziert, gepflegte Wege und herrliche Sichtachsen geben den Blick auf immer wieder Neues frei. Zentral steht die alte Villa. Ihr Zerfall ist gestoppt, doch es gibt immer noch sehr viel zu tun. Oben angelangt, vorbei am Pavillon und dem altem Kutscherhaus, steht am nördlichen Ende des Parks das »Warttürmchen«. Ohne Tür und nur mit einem Ausguck ist es einsames Überbleibsel einer längst vergangen mittelalterlichen Zeit Die Wachen stiegen mit einer Leiter hinein. Hier habe ich als Kind gestanden und mir vorgestellt, dass der Turm von Rapunzel wohl ganz ähnlich ausgesehen haben muss!

Gut zu wissen

Park Hohenrode, 99734 Nordhausen, www.park-hohenrode-nordhausen.de. Anreise: Endhaltestelle Wendeschleife, Straßenbahn (Linie 2).

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Der Park Hohenrode in Nordhausen – Kleinod für Spaziergänger und Dendrologen 51.513612, 10.788108 Park Hohenrode, 99734, Nordhausen, Deutschland (Routenplaner)