In der Ortsmitte von Luisenthal direkt gegenüber der Herzog-Alfred-Gedächtniskirche führt die Hammerstraße nach rechts. Am Parkplatz »Zimmertal« direkt beim Forsthaus verläuft die gesperrte asphaltierte Straße bergan zur Dammkrone der 60 Meter hohen Talsperre. Der Wegweiser nennt dazu eine Strecke von zwei Kilometern. Die schnurgerade angelegte Dammkrone dort oben ist imposante 260 Meter lang. Über den Stausee hinweg bietet sich ein herrlicher Blick auf die das Wasser umkränzenden dicht begrünten Berge des Thüringer Waldes und das Tal. Ein Rundwanderweg erstreckt sich über 13 Kilometer um den Stausee. Vom Seeufer aus ergeben sich immer wieder herrliche Ausblicke auf das Trinkwasserreservoir, das 1967 in Betrieb genommen wurde.

Auf dem Rückweg nach Luisenthal biegt nach einigen Metern auf der befestigten Straße nach links ein weiterer Weg in den Wald ab. »Brauereimuseum 3 km« ist auf dem Schild verheißungsvoll zu lesen. Für mich wird der Weg zum wahren Vergnügen, denn stets auf gleicher Höhe verläuft der Pfad vorbei an moosigen Matten und sanften Waldpartien, und nach so viel Wasser zieht mich die gastliche Stätte geradezu an.

Wenn nach knapp einer Stunde unterhalb des Weges die ersten Häuser der Siedlung zu sehen sind, dann ist es Zeit, die Straße abwärts zu nehmen, bis man den Parkplatz an der Stutzhäuser Gaststätte erreicht. Der Ortsteil Stutzhaus erhielt seinen Namen nach einem Gebäude, in dem ein früheres Hohlmaß für Holzkohle, die »Stutze« aufbewahrt wurde. Die Köhler ließen hier bis ins 19. Jahrhundert ihre Holzkohle »zurecht­stutzen«, sprich messen und vergüten.

Auf den Grundmauern des Stutzhauses entstand 1892 die Brauerei Keil & Fasbender. 1952 wurde durch Vereinigung von Stutzhaus mit dem Nachbarort Schwarzwald die heutige Gemeinde Luisenthal gebildet. Ab 1972 firmierte die alte private Brauerei als Volkseigener Betrieb Brauerei Luisenthal. Nach der Einstellung des Brauereibetriebes im Jahr 1990 übernahm die Oettinger Gruppe 1991 mit der Brauerei Gotha auch den Betriebsteil in Luisenthal. Heute befindet sich hier das Gasthaus mit Brauerei­museum.

Mich fasziniert die erhalten gebliebene alte Brautechnik, die von den Mitarbeitern kenntnisreich und liebevoll erläutert wird. Selten ist in Deutschland der Herstellungsprozess des Gerstensaftes so anschaulich zu erleben.

Gut zu wissen

Stutzhäuser Gasthaus und Brauereimuseum, Karl-Marx-Straße 8, 99885 Luisenthal, www.stutzhaeuser-brauerei.de, Tel. +49 (0)36257 40216. Die Rundwanderung (Markierung: Gelber Balken) ist ca. 13 km lang, Startpunkt Parkplatz Ohratalsperre. Anreise: Haltestelle Stutzhaus Luisenthal, Bus (Linie 860).

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Von der Ohratalsperre zum Stutzhäuser Brauereimuseum – eine Wanderung 50.784577, 10.721920 Karl-Marx-Straße 8, 99885 Luisenthal (Routenplaner)