von Gastautorin Franziska Trögel

Die Autorin ist im Optischen Museum für Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich:

In der »Lichtstadt« Jena findet man das Optische Museum, mitten im Herzen der Stadt gelegen, in der im 19. Jahrhundert Optikgeschichte geschrieben wurde.

Carl Zeiss eröffnete 1846 in Jena eine mechanische Werkstatt und begann mit der Fertigung von Mikroskopen. Erst durch die Zusammenarbeit mit dem Physiker Ernst Abbe, dem Begründer der wissenschaftlichen Optik, bricht eine neue Ära im Bau der Mikroskope an. Die Weiterentwicklung am Mikroskop erforderte bessere optische Gläser, deren Herstellung sich der Glaschemiker Otto Schott widmete. Die erfolgreiche Zusammenarbeit des Jenaer Triumvirats ermöglichte den Weltruhm der Firma Zeiss und die Entwicklung der Stadt Jena zu einem Zentrum der optischen Industrie.

So wie die Stadt selbst, ist auch das Optische Museum eng mit der Firma Zeiss verbunden. Die Geschichte des Museums reicht bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Damals begannen Mitarbeiter der Firma Zeiss mit dem Zusammentragen optischer Instrumente vornehmlich aus der eigenen Produktion. Bald dehnte sich die Sammeltätigkeit auf Erzeugnisse anderer Hersteller, sowie historische Instrumente aus. Diese Sammlung bildete den Grundstock für das im Juni 1922 von der Carl-Zeiss-Stiftung gegründete Optische Museum. Heute befindet es sich unter der Trägerschaft der Ernst-Abbe-Stiftung und besitzt einen umfangreichen Fundus an historischen und modernen optischen Geräten, von denen die schönsten Stücke in der Ausstellung gezeigt werden.

Und es gibt vieles zu entdecken: Neben den Lebensleistungen des Triumvirats werden Mikroskope, Fernrohre, Kameras und Fotoobjektive, Guckkästen und Zauberlaternen, Brillen und augenärztliche Untersuchungsgeräte präsentiert.

All diese Schätze jungen und älteren Besuchern näher zu bringen und die Geschichten zu den Exponaten zu erzählen, das ist meine Aufgabe im Museum. Staunende und überraschte Blicke bleiben in Anbetracht der Vielfalt der Exponate nicht aus. In Erinnerung bleibt vielen Museumsgästen die historische Werkstatt von Carl Zeiss. In diesem Nachbau kann man eindrücklich die Arbeitsbedingungen in einer optisch-mechanischen Werkstatt an der Schwelle zur Industrialisierung demonstrieren.

Gut zu wissen

Optisches Museum Jena der Ernst-Abbe-Stiftung, Carl-Zeiss-Platz 12, 07743 Jena, www.optischesmuseum.de, Tel. +49 (0)3641 443165. Öffnungszeiten: Di. – Fr. 10 bis 16.30 Uhr, Sa. 11 bis 17 Uhr. Am Sa. findet um 11.30 Uhr eine Führung durch die historische Werkstatt von Carl Zeiss statt. Weitere Führungen auf Anfrage jederzeit buchbar. Anreise: Haltestelle Ernst-Abbe-Platz, Straßenbahn (Linien: 5, 33, 35).

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Optisches Museum Jena – die Schatzkammer der Optik 50.927833, 11.579288 Carl-Zeiss-Platz 12, 07743 Jena (Routenplaner)