Ich fahre zum ersten Mal mit dem Auto nach Fürstenwalde. »Domstadt« nennt sich es sich auf dem Ortseingangsschild, ein ungewöhnlicher Beiname für eine kleine Brandenburger Stadt. Kurzerhand beschließe ich, mir diesen Dom genauer anzusehen. Die große Kirche im Innern der Stadt mit ihrer Fassade aus Backsteinen und weißem Putz ist in der Tat ein Prachtstück, zumal das spätgotische Gebäude im zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört und erst 1995 vollständig restauriert und wiederaufgebaut wurde. Erst 2013 stimmte die evangelische Gemeinde dafür, den Dom zum offiziellen Markenzeichen der Stadt zu machen, denn immerhin ist sie Bischofsstadt! Mögen auch manche Kritiker sagen, der Dom sehe im Vergleich zu seinen Vettern in Köln oder anderen großen Städten eher wie eine Dorfkirche aus, ich finde das wiederaufgebaute Gebäude besonders von innen sehr originell gestaltet. Die wenigen, nach der Zerstörung übriggebliebenen Säulen, die das Dachgebälk stützen, wurden in ihrem Originalzustand belassen und ragen teilweise unfertig in den großen Raum hinein. Die Decke selbst ist mit frischem Holz ausgekleidet, die dem Innenraum einen warmen Ton verleiht. Diese Kombination aus alten und neuen Elementen macht den Dom zu einem einzigartigen Geschichtsdenkmal, das auch ohne die überschwängliche Pracht der großen katholischen Kirchen ihren Charme ausübt – zumindest auf mich.

Um diese kulturelle Erfahrung zu verdauen, brauche ich erst einmal ein gemütliches Café. Nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt, direkt im »City-Center«, werde ich fündig: Das Café Schukurama lockt mit einem großen Angebot von Kaffee und Kuchen über Crêpes und Bagels bis zu einem großen Frühstücksangebot. Mir ist nach etwas Herzhaftem zumute und ich bin hocherfreut, dass man mir auch am Nachmittag noch ein Rührei zubereitet. Frühstück ist eben ein weitgedehnter Begriff. Ich beobachte, dass trotz der kalten Jahreszeit ständig Bewegung an der Eis-Theke herrscht. Auf Nachfrage erfahre ich, dass das Eis nicht nur selbstgemacht, wie übrigens auch die Torten, sondern auch schon mehrfach preisgekrönt ist. Leider kann ich nicht alle hier angebotenen Leckereien probieren, aber ich freue mich, neben dem Dom gleich noch ein Highlight in Fürstenwalde entdeckt zu haben. Außerdem habe ich nun einen Grund, der Domstadt häufiger einen Besuch abzustatten.

Gut zu wissen

Evangelischer Dom St. Marien, Domplatz 1, 15517 Fürstenwalde, www.kirche-fuerstenwalde.de, Tel. +49 (0)3361 591812. Café Schukurama, Eisenbahnstraße 12-14, Tel. +49 (0)3361 7359426. Anreise: Von Berlin-Hbf mit dem RE nach Fürstenwalde (Spree), weiter mit dem Bus 435 bis Rathausstraße.

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Dom und Torte in Fürstenwalde 52.358078, 14.065123 Domplatz 1, 15517, Fürstenwalde/Spree, Deutschland (Routenplaner)