Wenn du hier zum ersten Mal aus der Regionalbahn aussteigst, fühlst du dich vielleicht im Nirgendwo. Ich habe hier sicherheitshalber auf dem Abfahrtsplan nachgeschaut, ob auch wieder Züge zurück fahren. Hier, das ist die Haltestelle Löwenberg (Mark) in der gleichnamigen Region.

Der Schein trügt — im positiven Sinne. Ein paar hundert Meter weiter beginnen wunderschöne Wanderwege. Stille Waldseen. Sanft welliges Land. Es gibt Dörfer mit alten Gutshöfen und romanischen Kirchen. Ein Kunstmuseum der ganz eigenen Art und ein Schloss sind auch nicht weit entfernt. Ich habe mir für heute eine kurze Strecke heraus gesucht. Ich will mehr Zeit haben für die Blumen am Weg, das Rauschen der fast reifen Getreide­halme — und bekomme weit mehr zu sehen als gedacht.

In Löwenberg, eigentlich ist es Neulöwenberg, ist mein erstes Ziel die Straußenfarm. Die Tiere beäugen mich über den Zaun hinweg. Lange Wimpern über misstrauischen braunen Kugelaugen. In der Straußenfarm bei Winklers gibt es im Hofladen alles vom Strauß: Wurst, Salben, Ledertaschen und vieles mehr. Auch eine Übernachtung im Gästehaus ist zu haben. Hinter dem Friedhof laufe ich auf einem Weg am Waldrand dann direkt hinein in die Natur. Ein wunderschöner Wald mit großen Bäumen und grünen Grasflächen dazwischen. An der nächsten Wegkreuzung biegt der Wanderweg links in den Wald ein in Richtung Bergsdorf. Fingerhut leuchtet pink durch die Stämme der Kiefern. Wildspuren sind allgegenwärtig. Schon bald die ersten Schilder. Mein Favorit ist rechts der kleine Lankesee, den man in einem Abstecher umrunden kann. Junge Haubentaucher paddeln auf dem stillen Waldsee.

Wieder zurück auf dem Hauptweg Richtung Bergsdorf, erreiche ich bald den Waldrand. Der Weg führt durch eine wunderschöne brandenburgische Feldlandschaft, gesäumt von uralten Weidenbäumen. Damals von Korbflechtern gepflanzt, haben sie heute ihre Nutzer verloren und winden sich weiter knorrig am Weg. Bald darauf bin ich in Bergsdorf, einem alten Angerdorf. Die alte romanische Kirche ist beeindruckend. 1300 steht auf der Wetterfahne. Seitdem ist viel passiert hier. Armeen im Dreißigjährigen Krieg, die Pest und den Alten Fritz mit seinen Soldaten haben diese alten Mauern gesehen. Davon lässt sich das Storchenpaar auf dem Kirchdach nicht beeindrucken. Ich höre ihr Klappern bis ins Museum Bergsdorf. Dort trinke ich Kaffee und esse Kuchen, bevor ich mit dem Zug von der Station Bergsdorf zurück nach Berlin fahre.

Gut zu wissen

Die Tour ist 9 km lang. Kaffee, Kuchen und Kunst gibt es im Kurt Mühlenhaupt Museum, Bergsdorfer Dorfstraße 1, 16792 Zehdenick (OT Bergsdorf), www.muehlenhaupt.de. Straußenfarm Winkler: www.straussen-farm24.de. Anreise mit der Regionalbahn nach Löwenberg (Mark), Abreise von Bergsdorf. Plane deine Anfahrt zu diesem Ziel mit naturtrip.org

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Stille, Kunst und der Vogel Strauß im Löwenberger Land — von Löwenberg nach Bergsdorf 52.918451, 13.232260 Löwenberger Land, Deutschland (Routenplaner)