Anmerkung der Herausgeber: Theodor Fontane war den Buckowern nicht eben wohlgesonnen. Wir würden es den Buckower Bürgern nachsehen, wenn sie sich dafür gerächt hätten. Aber es gibt einen »Fontaneweg«, der sich in die Hügel der Märkischen Schweiz hineinschlängelt. Doch was schrieb der Dichter — hier in gekürzter Form — über Buckow?

Seine Häuser kleben wie Nester an den Abhängen und Hügelkanten, und sein Straßenpflaster, um das Schlimmste vorweg zu nehmen, ist lebensgefährlich. Es weckt mit seiner hals- und wagenbrechenden Passage die Vorstellung als wohnten nur Schmiede und Chirurgen in der Stadt, die schließlich auch leben wollen. Buckow war einmal wohlhabend, aber das ist lange her. Im vierzehnten Jahrhundert, auch später noch, blühte der Hopfenbau. Aber ihre Bedeutung für die Stadt ist hin, und die überall siegreiche Kartoffel erobert auch hier das Terrain.

Die Buckower sind ordentliche und fleißige Leute. Gleichviel, sie haben eine Vorliebe fürs Prozessieren. Eine Geschichte dieser Art, die lustig und traurig zugleich, spielte vor kurzem erst, als die Buckower mit ihrem »Grafen« — dem Grafen Flemming, Besitzer der Herrschaft Buckow — in Streit gerieten. Dieser Streit nahm ein paar Tage lang den Charakter an, als habe sich ein Vorgang aus dem fünfzehnten Jahrhundert in unsre Zeit hinein verirrt; die Bürger zogen zu Felde, schlugen die gräflichen Mannen in die Flucht, nahmen Posseß vom streitigen Terrain und pflanzten ihr Banner auf dem eroberten Grund und Boden auf. Kurzum, eine mittelalterliche Fehde in bester Form. Aber der Sieg ist von keiner Dauer. Die Gräflichen verstärken sich und rücken ins Feld. Die Polizei, hat auch kein Herz für Romantik und Mittelalter und schickt die Buckower in sehr bestimmten Ausdrücken heim.

Die Kurstadt hat sich inzwischen heraus geputzt, Touristen sind zu den Chirurgen (medizinische Einrichtungen) hinzugekommen. Damals und heute gibt es den Schermützelsee, der Fontane schon damals faszinierte:

Noch wissen wir es nicht, aber wir ahnen es, dass er unter andern Schätzen auch einen Sagenschatz umschließen muss. Ein Buckower Fischer hebt an: Dort unten liegt die alte Stadt. Sie müssen uns glauben, dass wir an klaren Tagen zehn Fuss tief unterm Spiegel allerhand Pfahlwerk stehen sehen, Blockhäuser vielleicht. Einst war alles Berg hier. In einer Nacht war alles vorbei. der Berg ging nach unten, und der See kam herauf.

Gut zu wissen

Theodor Fontane beschreibt hier einen »Erdfall«, ein plötzlicher Einsturz des Untergrundes. So etwas kann am Schermützelsee aber nicht eindeutig nachgewiesen werden. Was es aber gibt, ist ein schöner Wanderweg um den See. Anreise nach Buckow mit der Regionalbahn bis Müncheberg, dort weiter mit dem Bus (Linie 928).

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Buckow (Mark) 52.568024, 14.073550 Buckow (Märkische Schweiz), Deutschland (Routenplaner)