Schloss Liebenberg im Löwenberger Land. Das letzte Mal war ich hier kurz nach der Wende: Eine Bank hatte das Schloss mitsamt dem ganzen Dorf aufgekauft. Sie, die Bank, hatte dann Freunde von mir, Schriftsteller und Fotografen aus Berlin engagiert, um die Menschen dort zu porträtieren. Die Freunde wohnten im Seehaus des Schlosses, zwischen DDR-Möbiliar und auf alten PVC-Böden mit dem typischen scharfen Geruch. Die Heizung funktionierte schon nicht mehr. Aber es war ja auch Sommer. Ich erinnere mich an die Feste im Garten.

Und jetzt, fast 30 Jahre später? Mit dem Regionalexpress aus Berlin erreicht man Bergsdorf in weniger als einer Stunde. Direkt hinter der romanischen Kirche links ist der Weg nach Liebenberg schon ausgeschildert. Eine typische Brandenburger Kopfsteinpflasterstraße Richtung Falkenthal, so wie Fontane wohl schon über sie in seiner Kutsche gerollt ist, als er über die fünf Schlösser schrieb. Sie zieht sich schnurgerade durch das Land, bis nach drei Kilometern ein Schild nach rechts zeigt, Richtung Liebenberg und Neulöwenberg zur Bahnstation.

Der Weg ist verwachsen, hohes Gras und Kirschbäume, nur von Vögeln geerntet. Und dann kommt der Wald. Still liegt ein See neben dem anderen, überzogen mit einer grünen Haut aus Teichlinsen, Enten ziehen ihre Spur. Es ist das Gebiet um das Liebenberger Schloss, Schilder zeigen den Weg, der sich um die Seen schlängelt. Nur ab und zu Wanderer und Radfahrer mit dem gleichen Ziel: Schloss Liebenberg. Das Gut liegt hinter den Seen mit dem von Lenné gestalteten und wieder hergestellten Park mit dem prächtig renovierten Schloss – gut essen kann man dort auch – in gehobener Preisklasse. Feste auf alten Möbeln finden jetzt wohl nicht mehr statt.

Der Weg zum Bahnhof Löwenberg führt entlang der Dorfstraße und dann links Richtung Seehaus, der exklusivere Ableger des Schlosses. Der unmarkierte Weg schlängelt sich um die beiden Ausläufer des großen Lankesees herum und stößt hinter dem See am Waldrand auf den geteerten Radweg nach Löwenberg. Wer sich unsicher ist und kein Navigationsgerät dabei hat, nimmt in Liebenberg den Radweg, muss dann allerdings ein Stück der Landstraße folgen. Kurz vor Neulöwenberg biegt der Radweg links ab. Wanderer können den Feldweg gerade aus nehmen und hinter dem Friedhof links auf dem Häsener Weg, an der Straußenfarm vorbei zum Bahnhof laufen.

Gut zu wissen

Schloss und Gut Liebenberg, Parkweg 1, 16775 Löwenberger Land / OT Liebenberg, www.schloss-liebenberg.de. Wanderung 15 km, teilweise auf nicht markierten Wegen. Anreise: Regionalbahnhof Bergsdorf (Regionalbahn).

Plane deine Anfahrt zu diesem Ziel mit naturtrip.org

Karte wird geladen - bitte warten...

| km | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
Auf ein Wort im Schloss – Von Bergsdorf nach Liebenberg 52.893630, 13.258808 Parkweg 16775, Löwenberger Land, Deutschland (Routenplaner)