Ein Erlebnis der besonderen Art und das direkt vor den Toren Berlins, S-Bahnhaltestelle »Strausberg Nord«: Die langgezogenen Waldseen Ihlandsee und Lattsee liegen ruhig und dunkel in einem großen Wald, dem Blumenthal, wie ihn Theodor Fontane nicht hätte besser beschreiben können. Geister soll es hier auch geben.

Die Wanderwege, die hier durchführen sind kaum ausgeschildert. Zur Orientierung hilft ein Smartphone. Der Blumenthal ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Brandenburg. Wer für einen Tag die Ruhe und den Abstand vom Großstadtgetümmel sucht, ist hier genau richtig.

Ab der S-Bahnhaltestelle führt der Weg zunächst durch die letzten Häuserreihen von Strausberg. So richtig angekommen im Wald ist man direkt hinter der kreuzenden Landstraße nach Wilkendorf, am südlichen Ende des Ihlandsee. An diesem entlang führt nun der Weg, kaum ein Mensch ist mir begegnet – am Wochenende. Hinter dem See geht der Weg weiter nach Norden und führt bald entlang weiterer stiller Waldseen, den Lattseen. Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr solch eine Abgeschiedenheit erlebt. Lediglich zwei Wanderer und ein Jogger sind mir beim letzten Mal entgegen gekommen.

Hinter dem Lattsee durchkreuzt die Landstraße Nr. 168 den Wald. Quer hinüber nach rechts zweigt ein breiter Waldweg Richtung der Ortschaft Blumenthal ab. Der Wald hat sich völlig verändert: Hohe Laubbäume, Gras dazwischen, flache Hügel, es ist, als wäre man in eine andere Welt eingetaucht, irgendwie magisch. Erst später lese ich bei Theodor Fontane, dass es hier allerhand Sagen gibt. Geisterjäger waren wohl auch schon da. Sie sind aber enttäuscht wieder abgezogen: »Bis auf eine warme Windböe um vier Uhr nachts keine parapsychologischen Besonderheiten«. Die Ortschaft Blumenthal liegt mitten im Wald, eine kleine Ansammlung von Häusern, auch eine Ferienwohnung ist dabei.

Entlang weiterer Seen, dem Blumenthalsee und Fauler See gelangt man über Waldwege und durch den Ort Wilkendorf zurück nach Strausberg. In Wilkendorf gibt es mehrere Schnitzateliers, erkennbar durch die skurrilen Holzfiguren und den Skulpturenpark des Bildhauers Wolfgang Stübner. Auch ein Schloss hat das Örtchen zu bieten, inklusive Golfanlage. Wer noch nicht genug Abenteuer gefunden hat, findet beim Tierpräparator gleich neben dem Schloss die Möglichkeit, eine Reittour in der Natur zu machen – auf (noch) lebenden Pferden.

 

Gut zu wissen

Wanderung: ca. 21 km, natürlich sind auch kürzere Touren möglich, z. B. rund um den Ihlandsee. Anfahrt: Endhaltestelle Strausberg Nord (S-Bahn Linie 5). Der Skulpturenpark in Wilkendorf befindet sich im Nordweg 5, OT Wilkendorf 15345 Altlandsberg, www.skulpturenpark.de, Information Tierpräparator: www.tierpraeparation-abendroth.de

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Rundwanderung im Wilden Wald - Der Blumenthal 52.610531, 13.888185 Ihlandsee, 15345, Altlandsberg, Deutschland (Routenplaner)