Das Schlaubetal wird vom Tourismus-Marketing gerne als das »schönste Bachtal Brandenburgs« angepriesen. Heute wollen wir prüfen, ob das denn so stimmt. Der Wanderweg durch das Schlaubetal ist rund 25 Kilometer lang – 3 Tage sollte man einrechnen, wenn man von Müllrose bis zur Schlaubenmühle gehen möchte. Wir möchten nur circa 3 Stunden laufen und suchen uns dafür den eher wilden Teil des Tals aus: Den Abschnitt zwischen Bremsdorfer Mühle und Kieselwitzer Mühle.

Wir starten an der Bremsdorfer Mühle – der wohl schönsten Mühle des Tals. Im alten liebevoll restaurierten Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert ist heute ein Gasthaus mit Biergarten untergebracht. Das Rauschen des Wassers im Mühlrad begleitet uns das erste Stück des Weges, der direkt am Bach entlang läuft und einen sehr verwunschenen Eindruck macht. Die Schlaube schlängelt sich durch ein enges Tal. Zahlreiche umgestürzte Baumstämme bilden Brücken für Abenteuerlustige. Die Sonne fällt durch die Buchen, Sumpflilien säumen das Bachbett. Wahrlich wild und sehr romantisch.

Allmählich wird das Tal weiter, der Bach ist nur noch vage zwischen den Bäumen im Sumpf zu erkennen und man kann erahnen, dass sich seltene Tierarten wie Schwarzstorch, Eisvogel und Fischotter hier im Bruchwald wohl fühlen. Uns zeigt sich diesmal lediglich ein Eichhörnchen. Der Weg verlässt den Bach im weiteren Verlauf und führt unter anderem an einer blühenden Feuchtwiese vorbei. Am Ende unserer Weges treten wir aus dem Wald und stehen vor einem wunderschönen See. Am Ufer stand die alte Kieselwitzer Mühle, die aber schon Mitte des 17. Jahrhunderts abbrannte. Damals wurde das nahe Kloster Neuzelle von diesem Ort aus mit Fisch versorgt und noch heute befindet sich hier eine Fischaufzucht. Der Charakter des Ortes ist deshalb eher gewerblich als romantisch geprägt. Egal: Wir stecken die Füße ins Wasser und lassen uns von den zahlreichen Kaulquappen die Zehen kitzeln.

Nach dieser Erfrischung kehren wir um und waren am Ende inklusive Pausen gute 2,5 Stunden und insgesamt elf Kilometer unterwegs. Wir haben also noch Zeit, um nach der Natur noch die kulturellen Highlights der Gegend zu erkunden. Auf ins barocke Kloster Neuzelle und in die sozialistische Planstadt Eisenhüttenstadt. Unser Fazit: Das Schlaubetal hat sich zumindest auf dieser Teilstrecke als sehr schönes, vielfältiges Bachtal erwiesen. Den Rest werden wir sicher demnächst auch noch erkunden.

Gut zu wissen

Der Naturpark Schlaubetal liegt im Südosten von Brandenburg. Webseite, www.schlaubetal-naturpark.de. Das 25 km lange Schlaubetal, welches sich südlich von Müllrose erstreckt, ist nur ein Teil des Naturparks. Wanderungen durch das Tal sind ganzjährig zu empfehlen. Informationen über Flora & Fauna, Aktivitäten und Gastgeber, www.schlaubetal-online.de. Anreise: Haltestelle Bremsdorfer Mühle, Bus (Linie 400). Der Bus verkehrt zwischen Beeskow und Eisenhüttenstadt. Beide Orte haben Bahnhöfe mit Regionalbahnanschluss.

Karte wird geladen - bitte warten...

| km | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
Wildromantisches Schlaubetal - zwischen Behmsdorfer Mühle und Kieselwitzer Mühle 52.123371, 14.465733 Bremsdorfer Mühle 15890 Schlaubetal, Deutschland (Routenplaner)