Wer braucht schon die Berchtesgadener Alpen, wenn er die Gebirgslandschaft um Bad Freienwalde bewandern kann? Wir haben uns für ein paar Tage in einer Finnhütte im Haus der Naturpflege eingerichtet, an dem verschiedene Wanderwege vorbeiführen und das trotzdem nicht weit entfernt vom Stadtzentrum ist.

Heute haben wir uns vorgenommen, den »Watzmann« im Märkischen Bergwanderpark zu erklimmen und uns danach wagemutig in die »Klamm« zu stürzen – unsere Kletterausrüstung haben wir allerdings zu Hause gelassen. Nur mit einem kleinen Rucksack ausgestattet, fahren wir mit dem Bus Richtung Falkenberg bis zur »Malche«. Von hier laufen wir über das Areal des Missionshauses Malche. Ganz hinten verschwindet eine Treppe im Wald – das ist unser Weg! Der Aufstieg ist steil, wie sich das fürs alpine Feeling gehört, und bald stehen wir an einer Wegscheide. Wir entscheiden uns für einen Abstecher zum Bismarckturm. Dort flitzen wir die gewundenen Stufen bis zur Aussichtsplattform hoch und sind schon wieder unten, denn der Berg ruft! Bis wir den erreichen, dauert es auch nur zehn Minuten. Das Gipfelkreuz verrät uns, dass wir es geschafft haben. 1.062 Meter über dem Meeresspiegel. Nein, da steht »dMeter«. Na gut, aber es fühlt sich schon ziemlich hoch an.

Nach einem Foto am Gipfelkreuz laufen wir weiter. Der Weg schlängelt sich in dramatischen Serpentinen hinab in die Schlucht namens »Klamm«. Der Wald hier ist wunderschön, große Buchen tauchen den steilen Hang in ein stimmungsvolles Wechselspiel aus Schatten und Sonnenstrahlen. Am tiefsten Punkt angekommen, laufen wir ein Stück nach rechts in die Schlucht hinein. Ein umgekippter Hochsitz und uriger Bewuchs sind Indizien dafür, dass in diese Richtung schon länger niemand mehr gewandert ist. Also gehen wir zurück und folgen dem Wanderweg weiter den gegenüberliegenden Hang hinauf.

Vorbei geht es am Teufelssee und schon befinden wir uns auf der letzten Etappe, wo wir noch einmal ordentlich pusten müssen. Wir nähern uns Bad Freienwalde sozusagen heimlich von hinten, immer mehr großzügige Grundstücke säumen den Weg. Zuletzt erreichen wir unseren Ausgangspunkt, das Haus der Naturpflege. Eine Sache bleibt noch zu tun: Wir spazieren durch den urigen Schaugarten hoch zum hölzernen Eulenturm, von dem aus wir heute zum zweiten Mal einen schönen Ausblick genießen. Das war aber der letzte Aufstieg für heute!

Gut zu wissen

Start der Wanderung Busstation Malche, Ende: Eulenturm / Haus der Naturpflege, Wanderwegebezeichnungen: Turmwanderweg / Oderlandweg / Fontaneweg. Haus der Naturpflege, Dr.-Max-Kienitz-Weg 2, 16259 Bad Freienwalde (Oder), www.haus-der-naturpflege.de. Öffnungszeiten: Schau- und Lehrgarten ist geöffnet April bis Oktober: Di. – So. 10 bis 17 Uhr, November bis März: Di. – Fr. 10 bis 16 Uhr. Anreise: Haltestelle Bad Freienwalde Malche, Bus (Linien 878, 881, 883).

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Bad Freienwalde Tourismus GmbH

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Der Watzmann und die Klamm – Alpenwanderung in Bad Freienwalde 52.788346, 13.990295 Malche Brandenburg, Deutschland (Routenplaner)