Ist dir auch schon einmal aufgefallen, dass in Comedysendungen Ostdeutsche meistens Sächsisch sprechen? Die Hauptschuld daran trägt wohl unter anderem der ehemalige DDR-Staatschef Walter Ulbricht, der mit seinem sächsischen Singsang bei Generationen im Westen das Bild des Ostdeutschen geprägt hat.

In der Tat war Sachsen, insbesondere der damalige Bezirk Dresden, besonders »empfänglich« für die Ostberliner Propaganda. Das lag weniger an politischen Überzeugungen als vielmehr an der geografischen Gegebenheit der Sachsenmetropole. Sämtliche elektronischen Rundfunksignale des »Klassenfeindes« rauschten quasi über das Elbtal hinweg. Und so blieben hier die beiden Ostfernsehprogramme DDR 1 und DDR 2 nahezu konkurrenzlos bei der Gestaltung des abendlichen Dresdner Fernsehprogramms. Daran änderten leider auch meine akrobatischen Verrenkungen nichts, die ich mit einer großen Antenne auf dem Dach unseres Hauses machte, um wenigstens ab und zu mal die Tagesschau sehen zu können. Diese fernsehtechnischen Besonderheiten brachten uns schließlich den Titel »Tal der Ahnungslosen« ein.

Wer heute noch Spuren der DDR-Vergangenheit in Dresden entdecken möchte, muss schon ein bisschen suchen. Es gibt sie aber noch, zum Beispiel auf der Bautzner Straße — der ehemalige Sitz der Staatssicherheit in Dresden. Die grauen Mauern entlang des Grundstückes trugen kurz nach der politischen Wende zahlreiche bunte Aufschriften wie »Stasi Raus«. Als sich die Veränderungen in der DDR ankündigten, waren Stasimitarbeiter hier eifrig damit beschäftigt, Akten verschwinden zu lassen. Beherzte Dresdner konnten durch die Besetzung der Gebäude noch einen Teil retten.

Doch nicht nur die Stasi war in Dresden besonders aktiv, auch der sowjetische Geheimdienst KGB schickte seine Mitarbeiter an die Elbe. Einer von ihnen sollte später Präsident von Russland werden. Ein gewisser Vladimir Putin verbrachte einige Jahre als KGB-Offizier in Dresden. Über seine Aufgaben während dieser Zeit gibt es immer noch wilde Spekulationen. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Amüsiert las ich später ein Zeitungsinterview, in dem Putins Frau darüber plauderte, dass ihr Mann dem Essen in Dresden sehr zugetan war und besonders das Bier hier mochte.

Gut zu wissen

Gedenkstätte Bautzner Straße, Bautzner Straße 112a, 01099 Dresden, www.bautzner-strasse-dresden.de. Öffnungszeiten: Tägl. 10 bis 18 Uhr, Eintritt 6€ / 3€. Anreise zur ehemaligen Dresdner Stasizentrale: Haltestelle Angelikastraße, Straßenbahn (Linie 11), Bus (Linie 74).

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Tal der Ahnungslosen 51.066778, 13.783100 Bautzner Straße 112, Dresden, Deutschland (Routenplaner)

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