Schlängelnd windet sich der Oder-Neiße-Radweg von Görlitz nach Rothenburg — vorbei an der Kulturinsel Einsiedel, entlang rückwärtiger Gärten und ruhigen Dorfanlagen. Romantisch an den Fluss geschmiegt, erschließt er die Neißeaue mit ihren weiten Wiesenräumen, begleitet von wunderbar altem Baumbestand. So geführt, landet man schließlich in Rothenburg — und dem Rothenburger Park, der das landschaftliche Raumerleben feinsinnig verstärkt. Er beeindruckt mich zu jeder Jahreszeit und ist für mich ein wirklicher Geheimtipp. Sind es im Winter die weiß verschneiten Wiesenflächen, auf denen man mit einigem Glück Rehe bei ihrem grazilen Lauf beobachten kann, so grüßen im Frühling die ersten Knospen der Magnolien vor dunkelgrünem Hintergrund der Eiben. Eichhörnchen huschen die alten Bäume entlang und Wasserflächen lassen die ersten Sonnenstrahlen glitzernd tanzen. Im Sommer belebt das Licht- und Schattenspiel die großzügigen Wiesen und im Herbst erglüht der Park im Farbenspiel des artenreichen Baumbestandes. Dieses Zusammenspiel von Licht und Farbe lässt sich unter fachkundiger Führung noch besser erkennen.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch hier tiefe Spuren. Umso mehr erstaunt heute die friedvolle Atmosphäre, die den Besucher umfängt. Wer sich die Zeit nimmt, den Park zu Fuß zu erkunden, wird diesen Zauber auf den »zweiten Blick« spüren. Die landschaftliche Einbettung, der Neiße-Radweg und die nahegelegene Kanu-Station von »Neiße Tours« machen den Park für alle diejenigen attraktiv, die sich gern dem Reiz einer Umgebung auf natürliche Weise nähern. Auf dem schnell erreichbaren Marktplatz und im Ort selber laden Gaststätten und Cafés zum Verweilen, Hotels erlauben eine Übernachtung — damit man ausgeruht zurück- oder weiter radeln kann.

Dankenswerter Weise nimmt sich die Stadtverwaltung immer mehr des Parks an und engagiert sich, dessen Schönheit offensichtlicher werden zu lassen. Der Park ist Teil des deutsch-polnischen Gartennetzwerkes »Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße«, das sich für den Erhalt und die bessere Bekanntheit der eher unbekannten Kleinode der grenzüberschreitenden Region gebildet hat.

Gut zu wissen

Weitere Informationen zum Park und zum Gartennetzwerk unter www.gartenkulturpfad-neisse.org. Bei »Neiße Tours« kann man sich Kanus leihen. Übernachtungsmöglichkeit auf dem Zeltplatz, Görlitzer Straße 70, 02929 Rothenburg, www.neisse-tours.de

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Zauber auf den zweiten Blick - Schlosspark Rothenburg an der Neiße 51.338012, 14.969730 Brunnengasse, 02929 Rothenburg/Oberlausitz, Deutschland (Routenplaner)

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