Vor knapp mehr als tausend Jahren fand ein Querfurter, genau genommen der vielleicht berühmteste – Brun von Querfurt – einen gewaltsamen Tod. Weit entfernt vom heimatlichen Land an der »Querne« und seiner Burg in Querfurt, tief im Osten, in den Wäldern des russisch-litauischen Grenzlandes, hatte man den christlichen Missionar und seine Gefährten erschlagen. Wie war er dorthin gekommen? Wer hatte ihn ermordet?

Burg Querfurt ist die größte Burg in Mitteldeutschland. Weithin sichtbar sind ihre drei Türme – die Bergfriede »Dicker Heinrich«, der »Marterturm« und der »Pariser Turm«. Sie künden seit vielen Jahrhunderten von den einstigen Ambitionen der Edelherren von Querfurt, eines Adelsgeschlechts, das aber bereits wieder im 15. Jahrhundert verschwand. Heute ist Burg Querfurt eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burganlagen in ganz Deutschland und ein Magnet für große und kleine Besucher. Die Spuren der Rittersleute und ihr Leben kann man hier bei Events, bei Burgführungen und auch in der Dauerausstellung des Burgmuseums »Leben in Krieg und Frieden« kennen lernen. Bis in die Zeit Bruns, ins 10. Jahrhundert, reichen die Spuren der bis heute erhaltenen Bausubstanz zurück. Ein Beispiel dafür ist das Korn- und Rüsthaus inmitten des Burggeländes und heutiger Sitz des Burgmuseums. Wobei das genau genommen nur die Anfänge des Baus betrifft und um die zu sehen, muss man mit einer Führung in die Kellergewölbe hinabsteigen, die heute als das älteste nicht kirchliche Mauerwerk in Sachsen-Anhalt gelten. Was der Besucher von außen sieht, ist aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg und der schwedischen Besatzung, stammt also aus dem späten 17. Jahrhundert, als Burg Querfurt Residenz und damit Querfurt Hauptstadt eines kleinen und sehr kurzlebigen eigenständigen Fürstentums war.

Wem jetzt gerade beim Lesen schwindelig wird – keine Angst – die lange und ereignisreiche Geschichte der Burg wird dem Besucher von »Leben in Krieg und Frieden« in vielen Facetten und doch sehr bekömmlich vermittelt. Einzelne Objekte wie das lebensgroße Modell eines Turnierritters zu Pferd mit seiner Lanze und die über 200 Tafeln und Bilder, Multimediastationen und Interaktionsmöglichkeiten für Kinder, informieren und unterhalten zugleich und geben Antwort. Worauf? Zum Beispiel auf die Frage nach dem Martyrium des Brun von Querfurt.

Gut zu wissen

Burg Querfurt, Burgring, 06268 Querfurt, www.burg-querfurt.de, Tel.: +49 (0)34771 52190. Öffnungszeiten: November bis März Mo. – So. 10 bis 16 Uhr (Mo geschlossen), April bis Oktober Mo. – So. 10 bis 18 Uhr. Anreise: Haltestelle Querfurt Hbf., Fußweg 20 Minuten oder per Bus: von mehreren Städten der Region führen Omnibuslinien über Querfurt.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der FilmBurg Querfurt.

Karte wird geladen - bitte warten...

Filmburg Querfurt 51.376991, 11.593602 Burg Querfurt (Burgring), 06268 Querfurt (Routenplaner)