von Juniorscout Martina P. (16 Jahre)

Vor 200 Jahren schreibt Mary Shelley ihren weltberühmten Roman »Frankenstein«. Die englische Autorin, obwohl sie selbst Ingolstadt nie besucht hat, entscheidet sich trotzdem dafür, dass das Ingolstadt des 18. Jahrhunderts eine wichtige Rolle in ihrem Roman spielen soll: Viktor Frankenstein, der Schöpfer des Monsters und Hauptfigur des Romans, studiert an der Ingolstädter Universität und bastelt sich aus einzelnen Leichenteilen einen neuen Menschen, den er später auch zum Leben erwecken kann.

Warum entschied sich Shelley gerade für Ingolstadt? Zwar war die Stadt zu jener Zeit nicht mehr Universitätsstadt, sie hatte aber lange die bayerische Landesuniversität beherbergt. Außerdem war hier die Geheimgesellschaft der »Illuminaten« gegründet worden – dies wird sicherlich auch Einfluss auf die Entscheidung der Autorin genommen haben. Ingolstadt musste in ihren Augen wohl die perfekte mystische Stimmung ausgestrahlt haben, die sie für ihre Gruselgeschichte suchte. Läuft man heute tagsüber durch die Fußgängerzone, fällt einem diese Stimmung nicht auf: Eine normale Innenstadt mit vielen Geschäften und Cafés.

Macht man allerdings einen Nachtspaziergang durch die historische Altstadt und ihre kleinen verwinkelten Gassen, sieht man die Stadt von einer anderen Seite. Die Häuser und Straßen haben dann eine ganz besondere Wirkung auf den Betrachter. Keinesfalls ist es gruselig oder unheimlich – die einzigartigen Gebäude mit den speziellen geschichtlichen Hintergründen sind eher faszinierend und interessant. Kennt man noch dazu die Geschichte Frankensteins oder hat auch den Roman dazu gelesen sieht man die »Hohe Schule« aus einem anderen Blickwinkel. Das alte Universitätsgebäude befindet sich in einer Nebenstraße der Fußgängerzone. Wenn man sich auf die Geschichte einlässt, ist es faszinierend davor zu stehen und sich vorzustellen, wie hier Viktor Frankenstein auf seine verrückte Idee gekommen ist. Die Geschichte ist zwar frei erfunden, aber wer weiß…? Hier in Ingolstadt ist man durchaus stolz auf die Verbindung mit der berühmten Geschichte.

Sollte man die Möglichkeit haben, die Stadt zu besichtigen, dann empfehle ich einen Rundgang durch die historische Altstadt bei Nacht: Sich vor der Hohen Schule auf eine Bank setzen, das Gebäude auf sich wirken lassen und im Hinterkopf die Geschichte eines Mannes haben, der Leben erschaffen haben soll…

Gut zu wissen

Bank vor der Hohen Schule Ingolstadt, Goldknopfgasse 7, 85049 Ingolstadt. Eine Besichtigung des Gebäudes von außen bietet sich z.B. bei einem Stadtrundgang durch die Altstadt von Ingolstadt an: www.ingolstadt-tourismus.de/ingolstadt-entdecken. Anreise: Haltestelle Rathausplatz Ingolstadt, Bus (Linie 11), 5 Min. Fußweg.

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Nachts auf einer Bank vor der Hohen Schule in Ingolstadt 48.763067, 11.421174 Goldknopfgasse 7, 85049 Ingolstadt, Deutschland (Routenplaner)