Wuppertal, das ist Schwebebahn, das ist Industriekultur. Was die Wenigsten wissen, ist, dass die Stadt vom wunderschönen ländlich geprägten Bergischen Land umgeben ist. Kaum hat man den oberen Rand des Wuppertales überschritten – egal, auf welcher Seite – befindet man sich zwischen Bauernhöfen, Wiesen und Wäldern. Die quirlige Stadt scheint dann in weiter Ferne zu sein.

Ich habe mir das Ziel gesetzt, dieses Umland auf dem Wuppertaler Rundwanderweg zu erkunden. Er ist insgesamt 104 Kilometer lang und führt in weitem Bogen um die Stadt herum. Etappe 4 beginnt in der Nähe der Universität, da habe ich es nicht weit. Ausgangspunkt ist der Parkplatz Kaisereiche am Rande des Wohngebietes Küllenhahn im Stadtbezirk Wuppertal-Cronenberg. Hinter dem Parkplatz führen mehrere Wege hinein in den Staatsforst Burgholz, den Rundwanderweg erkenne ich an dem eingekreisten weißen W.

Breit und bequem ist der Weg, gesäumt von einer düsteren, fast mystischen Mischung aus Fichten, Buchen und anderen Mischgehölzen. Darunter sind auch prächtige Bäume, die ich noch nie gesehen habe. In diesem Teil des Waldes liegt das Arboretum Burgholz. Hier wachsen neben einheimischen auch nordamerikanische Baumarten. Am besten gefallen mir allerdings die Esskastanien, deren Früchte jetzt im Herbst überall auf dem Weg verstreut liegen. Hätte ich doch nur einen großen Beutel mitgenommen!

Der Weg geht stetig bergab, bis ich den Burgholzbach und einen idyllischen Tümpel erreiche. Ich versuche, die Grüntöne zu zählen, die sich aus den verschiedenen Nadel- und Laubbäumen und den Schilfgewächsen überlagern. Unmöglich. Von hier beginnt der steile Aufstieg weiter Richtung Süden. Er erinnert mich daran, dass wir uns in einem Mittelgebirge befinden. Auf der Höhe schlängelt sich der breite Forstweg ohne nennenswerte weitere Steigungen im Zickzack durch den Wald. Sind das da drüben Mammutbäume? Tatsächlich, stelle ich im Nachhinein fest, als ich die Wanderkarte des Arboretums studiere. Wer ein Freund ausländischer Baumarten ist, wird hier seine Freude haben. Doch auch für einen Laien wie mich ist diese Miniwanderung ein Genuss.

Schon trete ich mit prall gefüllten Jackentaschen – ich konnte die Kastanien einfach nicht liegenlassen – auf die Solinger Straße. Schon vorbei? Nach nur 10 Minuten Wartezeit kommt der Bus nach Cronenberg, der mich wieder in Richtung Wanderparkplatz bringt.

Gut zu wissen

Wuppertaler Rundwanderweg, Etappe 4. Start: Wanderparkplatz zur Kaisereiche, 42349 Wuppertal, Ende: Wanderparkplatz Wahlert. Länge: 6,9 km, Dauer ca. 90 min. www.berg-mark-wege.de/Wuppertaler_Rundweg. Informationen zu Wanderungen, Baumarten und Baumstandorten im Arboretum Burgholz im Netz: www.wald-und-holz.nrw.de
Anreise: Start Haltestelle Obere Rutenbeck, Bus (Linie 633), Ende: Haltestelle Wahlert, Bus (Linie CE64).

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Zwischen Mammutbäumen und Esskastanien – Wuppertaler Rundwanderweg Etappe 4 51.230090, 7.123238 Wanderparkplatz Kaisereiche, Zur Kaisereiche, 42349 Wuppertal (Routenplaner)