ScottyScout im Gespräch mit Yann Yuro

Er ist Schauspieler und »Mental-Magier«. Mit seinem Publikum erforscht er auf unterhaltsame Art die Chancen und Schrecken möglicher Zukünfte:

Frankensteins Monstrum wäre heute, 200 Jahre nachdem die Engländerin Mary Shelley ihren Schauerroman über den Alptraum von Totenerweckung, künstlichem Leben, Liebesentzug und wissenschaftlichen Allmachtphantasien veröffentlicht hat, »vermutlich so etwas wie ein Cyborg«, halb Mensch, halb Maschine, sagt Yann Yuro. Dem Deutschen Meister in Mentalmagie möchte man nicht widersprechen. Geradezu leicht plaudert er im Interview – während er bügelt – von seiner Arbeit an segensreichen wie abgründigen Zukunftsvisionen der Menschheit. Ein Reigen an utopischen und dystopischen Erzählungen zieht einem dabei am inneren Auge vorbei – von Paul Verhoevens Robocop über Stanislaw Lems Solaris bis zu Gene Roddenberrys Star Trek.

Literaten, Politiker, Religionsgelehrte und nicht zuletzt Wissenschaftler – von ihnen kennen und erwarten wir Auskunft zu Herausforderungen und Chancen der Welt von morgen. Doch wie hilft uns eine Zaubershow beim Blick in die Kristallkugel? Anhand der Art, wie wir heute im Internet kommunizieren und konsumieren, über Nachbarn tratschen oder Liebesbeziehungen anbahnen, bekommt der Zuschauer einen Vorgeschmack auf das, was da kommen könnte. So spielt unser diffuses Wissen um Vermögen und Unvermögen digitaler Technologie eine Hauptrolle in Yann Yuros Show, ist Anfang und Ende der Inszenierung von Kniffen und Tricks der Zauberkunst. Als Magier glaubt er an den Reiz der Simulation. Doch wo hört sie auf, wo beginnt die Realität? Ist vielleicht doch etwas Wahres dran an der Zauberkunst? Jenseits der Heiterkeit des Publikums, wenn der »Mind_Hacker« den Zuschauern durchaus sehr Persönliches »weissagt«, hat seine Kunst auch etwas wirklich Verstörendes. Sie ist gleichermaßen »phantastisch« und politisch, unterhaltend und doch ernst. Sie wird beflügelt von unserer Angst vor der Künstlichen Intelligenz, den denkenden Maschinen und unserer Sorge vor einem Missbrauch von Wissenschaft und Technik. Was wäre denn, wenn die Dating-App wirklich den perfekten Partner für uns fände? Traum oder Alptraum?

Der Zwiespalt bleibt – Faszination und Furcht! Doch ich »habe mir die Vision von Zukunft ausgesucht, die mir am spannendsten erscheint!«, sagt Yuro – und zaubert die Zukunft herbei oder bügelt.

Gut zu wissen

Alte Anatomie, Anatomiestraße 18-20, 85049 Ingolstadt, www.dmm-ingolstadt.de. In der Alten Anatomie befindet sich heute das Medizinhistorische Museum – Gruselfaktor inklusive. Anreise: Haltestelle Rathausplatz, Bus (Linien 10,11), Fußweg 5 Min.

Dieser Text ist entstanden in Zusammenarbeit mit der Ingolstadt Tourismus und Kongress GmbH

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Illusion als Blick in die Zukunft – Aus dem Leben des »Mind_Hackers« 48.762380, 11.419540 Anatomiestraße 18-20, 85049 Ingolstadt, Deutschland (Routenplaner)