Die Mirower Schlossinsel samt Liebesinsel ist zauberhaft. Kirche, Schloss, Kavalierhaus, Garten und eine Grabstätte, wie sie sich wohl mancher Romantiker gewünscht hätte. Die Besucher schwärmen. Wie malerisch! Meine erste Begegnung mit diesem romantischen Ort war aber alles andere als romantisch. In einem verregneten Sommer hatten meine Freunde und ich beschlossen, mit dem Faltboot vom Schweriner See bis nach Rheinsberg zu paddeln. Zunächst trotzten wir dem Wetter noch in jugendlichem Elan. Nachdem wir bald so klamm wie unsere Schlafsäcke waren, verflog auch beim Letzten unserer Gruppe der Optimismus. So landeten wir an der Liebesinsel. Als wir aus den Booten kletterten, kam die Sonne heraus. Hier waren wir im Reich der Wassermänner und Nixen angekommen und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen.

Jahre später las ich, dass die Schlossinsel von Mirow in der legendenhaften Überlieferung englischer Historiker, wie im Märchen ein Ort schicksalhafter Begegnung werden sollte. Das verwunderte mich wenig. Wie sollten sich im 18. Jahrhundert Menschen aus dem riesigen quirligen London das kleine Städtchen Mirow vorstellen. Da der englische König Georg III. eine Prinzessin aus jenem Land geheiratet hatte, interessierten sich die Engländer natürlich sehr für das Heimatland ihrer neuen Queen. Bald war zu lesen: »The German story« oder: »Wie das Glück eintraf«. Jene in Mirow geborene Prinzessin Sophie Charlotte hatte geringe Aussichten auf eine gute Partie. Ihre Familie herrschte über ein kleines Herzogtum und verfügte über recht bescheidene Einkünfte. Für die junge Fürstentochter war bereits ein Platz in einem angesehenen Damenstift gesichert. Eines Tages saß die Prinzessin mit einer Freundin im Schlossgarten und unterhielt sich mit ihr über die Zukunft und das Heiraten. Betrübt fragte sie: »Wer wird eine arme Prinzessin wie mich nehmen wollen?« In diesem Moment erklang das Posthorn am Tor. Die Freundin, es soll Ida von Bülow gewesen sein, lachte und entgegnete: »Seht, hier kommt der Bewerber.« Wahrhaftig, es war Colonel David Graeme mit dem Antrag des englischen Königs.

Wer mehr über diese Prinzessin, die zur »Königin der Botanik« und Namensgeberin für die exotische Strelitzie wurde, erfahren möchte, sei der Besuch von Schloss und Drei-Königinnen-Palais empfohlen. Wir paddelten übrigens von Mirow bis Rheinsberg im Sonnenschein. Den Wassermännern sei Dank.

Gut zu wissen

Schloss Mirow, Schloßinsel 1, 17252 Mirow, www.mv-schloesser.de/location/schloss-mirow, +49 (0)39833 2751187664, Öffnungszeiten Schlossmuseum: April: Di. – So. 10 bis 17 Uhr; Mai – August: täglich 10 bis 18 Uhr; September: Di. – So. 10 bis 18 Uhr; Oktober:  Di. –So. 10 bis 17 Uhr; November bis März auf Anfrage. Anreise: Haltestelle Mirow Schlossinsel Bus (Linien 650 und 670 ab Neustrelitz).

 

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Märchenhaftes Mirow 53.276600, 12.810000 Schloßinsel 1 Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland (Routenplaner)

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