Zwischen Wuppertal und Essen liegt die Elfringhauser Schweiz. In diesem naturbelassenen Naherholungsgebiet sind die Straßen löchrig und schmal, die Wiesen ein bisschen grüner als anderswo und jeder Bauernhof liegt so malerisch im Auf und Ab der »Schweiz«, als wäre er vor 500 Jahren von einem Landschaftsmaler persönlich dorthin gepflanzt worden.

Einen dieser Bauernhöfe besuche ich heute mit der Familie – den Bergerhof. Er ist seit 1899 im Besitz der Familie Reuter. Vom großen Wanderparkplatz gehen wir an den schnatternden Gänsen vorbei, die ziemlich erzürnt sind, weil wir nicht mal einen Brotkrumen für sie dabeihaben. Unsere erste Station ist die Bauern-Fleischerei. Sie befindet sich in meinem Lieblingsgebäude, einem ordentlich hergerichteten alten Fachwerkhaus mit Fensterläden. In dem kleinen Verkaufsraum stehen schon drei Leute an. Meine Schwiegermutter ist hin- und hergerissen: Soll sie für das Sonntagsessen Rehrücken oder Hirschgulasch kaufen? Unsere kleine Nichte versucht uns derweil zu überreden, eine hausgemachte Leberwurst zu kaufen. Danach geht es weiter im Bauernladen, wo es Kartoffeln aus eigenem Anbau, dazu allerhand lokales Obst und Gemüse gibt. Es tut gut, den Wochenendeinkauf einmal nicht im Supermarkt zu machen. Aber natürlich sind wir nicht allein deshalb hier.

Vom Bergerhof aus kann man prima durch die Elfringhauser Schweiz wandern, einfach den Hang hoch, an drei dekorativen alten Trekkern vorbei hinein in den Wald. Heute soll es nur ein kleiner Spaziergang sein. Vom erhöhten Waldrand aus kann man nicht nur den Bergerhof, sondern kilometerweit in die Landschaft dahinter blicken. Zurück auf dem Hof hüpft unsere kleine Nichte begeistert zum Mufflon-Gehege. Wir Alten hingegen bleiben vor dem Imbiss »Zum Futterplatz« stehen. Für einen Bauernhof in der weiten Flur ist das Angebot ziemlich üppig. Selbstgebackenen Blechkuchen gibt es, Eintopf und mindestens zehn weitere Gerichte. Da der Tag heute eher regnerisch und kühl ist, starte ich das mediterrane Gegenprogramm mit einem selbstgemachten Pesto und Nudeln. Im Sommer sitzen wir gerne draußen auf den rustikalen Holzbänken, wo der Schmaus hin und wieder vom würzigen Parfum der Mufflons verfeinert wird. Für Tage wie heute gibt es zum Glück auch einen überdachten und geheizten Speiseraum. Als wir uns eine Stunde später gesättigt und zufrieden zum Parkplatz begeben, ermahnt uns der Herr des Hofes, ein prächtiger Hahn, bald wiederzukommen. Bestimmt!

Gut zu wissen

Bergerhof, Berger Weg 8, 45527 Hattingen, www.bergerhof.de, Tel. +49 (0)2324 72478. Öffnungszeiten: tägl. 9 bis 18 Uhr geöffnet. Anreise: Haltestelle Polacksberg, Hattingen, Bus (Linie 330).

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Wo Mufflon und Hahn sich Gute Nacht sagen – der Bergerhof in der Elfringhauser Schweiz 51.344860, 7.192880 Berger Weg 8, 45527 Hattingen, Deutschland (Routenplaner)