Es ist schon ein bisschen lästig, Treppe um Treppe hochzukraxeln, bis man schweißnass den Rand der Hardt erreicht. Parks in anderen Städten wie in Berlin, London, New York – wer würde Wuppertal nicht mit diesen Weltstars in eine Reihe stellen? – sind ebenerdig, leicht zu erreichen, leicht mit dem Fahrrad zu befahren, leicht zu vermessen. Die Hardt in Wuppertal ist anders. Sie thront oberhalb der Elberfelder Innenstadt und ist nicht mal auf dem Gipfel platt. Sie ist eine geschwungene Hügellandschaft, bedeckt mit sauber geschorenem Rasen, altklugen Laubbäumen und einem verspielten botanischen Garten. Es ist einer der ältesten Stadtparks in Deutschland, den Wohlstand der Gründerzeit kann man an allen Ecken spüren. Das rosarote Sahnehäubchen ist der 1838 erbaute Elisenturm, auf dessen Aussichtsplattform man das Wuppertal überblicken oder sich ewige Treue schwören kann – im Turm befindet sich der beliebteste Trausaal der Stadt.

Mein Ziel befindet sich weiter westlich, vorbei an den Gewächshäusern mit den schönen Kakteen, ein wenig den grünen Hang hinunter. Hier treffe ich mich bei schönem Wetter mit meinen Freunden, meist mit einem Picknickkorb beladen, den ich auf mein Fahrrad geschnallt habe (ja, ich schiebe es den Berg hoch!). Doch diese Tortur lohnt sich, denn hier oben gibt es keinen Autogestank und keinen Lärm, und der Ausblick auf die Innenstadt und die Universität lassen den Alltag in die Ferne rücken.

Heute lässt ein guter Freund von mir seine beiden Sprösslinge hier herumtollen, ich mache Fotos. Die Große ist schon drei Jahre und rennt in ihren kleinen Söckchen immer weiter den Hang hinauf, vergräbt sich im Laub, rollt die 30 Meter bis zu unserer Decke zurück. Auch der Labrador zwei Bäume weiter hat Auslauf, interessiert sich aber herzlich wenig für quietschende Menschenkinder. Manchmal glaube ich ja, auch die Hunde sind so verzaubert von diesem Ort, dass sie sich nicht trauen, ihr Geschäft auf der Wiese zu verrichten.

Am frühen Abend wehen leise Musik und ein rauchiger Duft herüber. Da hat wohl eine Gruppe die Grillhütte gemietet. Ich jedenfalls mache mich nach dem Picknick an den Abstieg, hinein ins lärmende liebgewonnene Wuppertal.

Gut zu wissen

Hardt-Anlagen, 42107 Wuppertal, www.elisenhoehe.de. Auf der Hardt befinden sich auch eine Orangerie, ein Café und ein Biergarten. Anreise: Haltestelle Botanischer Garten oder Reichsallee, Bus (Linie 643).

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Ein Park mit rosarotem Sahnehäubchen – die Hardt in Wuppertal-Elberfeld 51.261472, 7.160425 Hardt-Anlagen, Wuppertal, Deutschland (Routenplaner)