Wege & Entdeckungen

Orte sozialer Bewegungen in Thüringen

Mit der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts stellte sich auch die soziale Frage: Neue Lebens- und Arbeitsformen bestimmten den Alltag der Menschen. Mechanisierung und Massenproduktion beschleunigten die Wirtschaft. Mit den schnell wachsenden Reichtümern stellte sich bald die Frage der Verteilungsgerechtigkeit. Die Ausbeutung der Ressource Arbeitskraft, also der Menschen in Thüringen, wurde zum Politikum und zum Anlass von Parteien und Gewerkschaftsgründungen. Themen wie Gesundheit, Altersvorsorge, Wohnen und Bildung für die Volksmassen wurden ebenso virulent wie der Einsatz für Gleichberechtigung und Frieden und gegen die Ausbeutung der Natur. Hier findest du Tipps zu Orten an denen große Ideen ihren Anfang nahmen. Von A wie Auswanderung und Anarchismus bis W wie Wandervögel.

Die Auswahl der Orte entstand anlässlich des Themenjahres 2018 »Industrialisierung, Industriekultur und soziale Bewegungen in Thüringen« in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Industriekultur – INIK.

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Eine Zeitreise aufs Land – Wohnkultur und Alltagsleben in Hohenfelden

Mehr als 30 historische Gebäude aus vier Jahrhunderten gehören zum Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden. Mit der Architektur und den Wohnräumen, aber auch den Gärten und Werkstätten, werden ländlichen Wohn- und Lebenswelten bewahrt. Höhepunkte für Gäste sind Hoffeste oder Schautage mit Vorführungen alter Handwerkstechniken.

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Die App »Jena: Zeiss & Abbe« – auf historischer Spurensuche in Jena

Die Anwendung informiert beim Rundgang durch die Jenaer Innenstadt über die reiche bauliche Hinterlassenschaft der Unternehmer in Jena. Darüber hinaus wird das sozialpolitische Engagement von Ernst Abbe thematisiert, der mit der Gründung der Carl-Zeiss-Stiftung 1889 auch das Allgemeinwohl in der Stadt förderte und die Rechte der Zeiss-Arbeiter verbriefte.

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Eine Schule für Frauen – auf Fröbels Spuren rund um Bad Liebenstein

Friedrich Fröbel – der geistige Vater des Kindergartens – ersann nicht nur neue Ansätze zur frühkindlichen Bildung. In einer Schule für Erzieherinnen im Schlösschen Marienthal bei Bad Liebenstein ermöglichte er Frauen eine Ausbildung und trug so zu deren Emanzipation im 19. Jahrhundert bei. Ein Rundwanderweg durch die Stadt führt an diesem und weiteren Fröbel-Orten vorbei.

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Ein Ort fürs Miteinander – das Naturfreundehaus Thüringer Wald

»Berg frei!« hieß es in Thüringen erst wieder nach der Wende – in der DDR war der aus der Arbeiterbewegung heraus gegründete demokratische Verband für Natursport und Umweltschutz mit sozialem Anspruch verboten. In den Thüringer Ortsgruppen und im Naturfreundehaus Thüringer Wald in Gießübel wird Beteiligung, Vielfalt und Toleranz gelebt.

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»Gut Runst!« Wandern mit Tradition auf dem Rennsteig

Das Wandern als reines Vergnügen hat seinen Ursprung in der Zeit der Romantik. Ende des 19. Jahrhunderts machten es sich der Lehrer Ludwig Hertel zur Aufgabe einen Verein zu gründen, der sich der Erforschung und Erkundung, sowie der Kennzeichnung und Erwanderung des heute als »Rennsteig« bekannten Höhenweges des Thüringer Waldes widmete.

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